Belgische Atommeiler laut NRW bis 2020 verzichtbar

Nach einer von Nordrhein-Westfalen in Auftrag gegebenen Studie könnte Belgien schon in drei Jahren ohne die umstrittenen belgischen Atomreaktoren Tihange 2 und Doel 3 auskommen. Nach dem Bau einer geplanten Stromtrasse von Deutschland nach Belgien wäre demnach die Versorgung sichergestellt, wie ein Sprecher des NRW-Umweltministeriums am Donnerstag mitteilte.

Allein bei ungewöhnlich hoher Nachfrage könnte es laut Studie zu Problemen kommen, die dann aber beherrschbar seien. Wegen tausender Haarrisse in den oben genannten Reaktorbehältern gibt es erhebliche Zweifel an der Sicherheit der beiden Meiler.

Belgien plane zwar für 2025 den vollständigen Ausstieg aus der Kernenergie, aber die Planungen seien in keiner Weise „untermauert”, sagte NRW-Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) am Donnerstag gegenüber den Blättern des Aachener Zeitungsverlags („Aachener Zeitung” und „Aachener Nachrichten”), die zuerst über die Studie berichtet hatten: „Es sind kaum oder gar keine Vorkehrungen getroffen, was Ersatzkapazitäten angeht: Der Ausbau der regenerativen Energien ist zu gering.”

Außerdem verlasse sich Belgien mehr oder weniger auf bisherige Netzverbindungen. NRW werde die für den Ausstieg notwendige zweite Stromtrasse in die Bundesnetzplanung geben und biete Belgien seine Unterstützung beim Atomausstieg an.