Belgien unterstützt Crowdfunding für Familienplanung in Entwicklungsländern

Belgien hat sich einer niederländischen Initiative angeschlossen, die mit einer internationalen Fundraising Initiative und einer Crowdfunding-Aktion Hilfsorganisationen in Entwicklungsländern unterstützen will. Ziel ist, dass die Organisationen trotz des Beschlusses des US-Präsidenten Trump zur Streichung ihrer Gelder, ihre Informationsarbeit über Familienplanung und Frauenrechte dort fortsetzen können. Ferner plant Belgien eine internationale Konferenz im Frühjahr in Brüssel, um gleichgesinnte Länder, Organisationen und Unternehmen, die die Fundraising Initiative "She Decides" unterstützen wollen, an einem Tisch zu versammeln.

Eine niederländische weltweite Spendeninitiative (Global Fundraising Initiative) mit Namen "She Decides", der sich Belgien angeschlossen hat, existiert seit kurzem. Mit ihr sollen Organisationen, die Frauen in Entwicklungsländern helfen, indem sie sie über Familienplanung, Verhütung und sichere Abtreibung informieren, finanziert werden.

Die Initiative wurde von den Niederlanden ins Leben gerufen, nachdem das Weiße Haus Anfang der Woche die Finanzierung solcher Organisationen eingestellt hatte. Der belgische Entwicklungsminister Alexander De Croo (Foto im Text) kündigte kurz darauf, das heißt am 26. Januar, an, dass er sich der Initiative seiner niederländischen Kollegin anschließen wolle.

An diesem Samstag wurde auch noch ein Crowdfunding von den Niederlanden lanciert, mit dem Privatspenden zugelassen werden.

"Von überall her haben wir positive Reaktionen erhalten. Verschiedene Länder haben bereits angekündigt, dass sie sich wie Belgien der niederländischen Initiative anschließen wollen. Es gibt aber auch zahlreiche Anfragen von Privatpersonen, die einen Beitrag leisten wollen", heißt es in einer Pressemitteilung De Croos.

"Gestern habe ich eine Mail von einem Amerikaner erhalten, der mit der Entscheidung seiner Regierung nicht einverstanden ist und einen finanziellen Beitrag leisten will. Das wird jetzt über die Crowdfunding-Plattform möglich, die an diesen Nachmittag kreiert wurde."

Crowdfunding-Plattform "She Decides"

Die Crowdfunding-Plattform "She Decides" ist über die Webseite www.shedecides.eu zugänglich.

Über die Plattform werden finanzielle Beiträge von Privatpersonen gesammelt, um damit direkt die Organisationen zu unterstützen, die infolge des amerikanischen Beschlusses ihre Finanzausstattung verlieren, aber ihre Arbeit für Mädchen und Frauen in den Entwicklungsländern dennoch fortsetzen wollen. In den sozialen Medien startet eine Kampagne mit dem Hashtag #shedecides.

"Mädchen und Frauen müssen selbst entscheiden können, wann und wie viele Kinder sie haben wollen."

Der Vizepremier und Entwicklungsminister Alexander De Croo kündigte an diesem Samstag auch an, dass Belgien in diesem Frühjahr eine internationale Konferenz in Brüssel veranstalten wolle. Ziel ist, gleichgesinnte Länder, Organisationen und Privatunternehmen, die die Global Fundraising Initiative "She Decides" unterstützen, zusammenzubringen. Bei der Konferenz könnten die Länder ihre Politik und ihre finnzielle Hilfe bekannt machen, die Hilfsorganisationen ihre Bedürfnisse aufzeigen und Privatorganisationen ihr Engagement zeigen, heißt es im Pressebericht von De Croo.

Der belgische Vizepremier appelliert in dem Bericht zudem an alle Länder, Organisationen und Privatbetriebe, sich der Global Fundraising Initiative anzuschließen. "Die Initiative steht all denen offen, die die Rechte von Frauen und Mädchen für wichtig erachten. Mädchen und Frauen müssen selbst entscheiden können, wann und wie viele Kinder sie haben wollen. Das ist ein Menschenrecht."

"Die Ausarbeitung einer gemeinsamen Strategie bei der internationalen Zusammenkunft in Brüssel soll dafür sorgen, dass die Folgen des amerikanischen Beschlusses für Frauen und Mädchen vor Ort begrenzt bleiben", betont der Minister auch noch.

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