"Tournée minérale": Ein Monat ohne Alkohol

An diesem 1. Februar beginnt in Belgien die sogenannte „Tournée minérale“. Dahinter verbirgt sich eine Infokampagne der belgischen Stiftung gegen Krebs und der Flämischen Vereinigung gegen Alkohol und andere Drogenprobleme (VAD), die dazu aufgerufen haben, auf freiwilliger Basis einen Monat lang auf alkoholische Getränke zu verzichten. Rund 100.000 Belgier haben sich dazu registrieren lassen.

Das Motto dieser Aktion, „Tournée minérale“, ist ein Wortspiel auf Basis des Ausrufs „Tournée générale“, was für „Lokalrunde“ steht. Und das Wort „minérale“ weist ganz einfach auf Mineralwasser hin. Die Organisatoren dieser Aktion wollen die Bevölkerung im Lande darauf hinweisen, wie gefährlich regelmäßiger Konsum von Alkohol für den Körper ist.

Alkohol wird in Verbindung mit einem höheren Risiko für Erkrankung an bestimmte Krebsformen gebracht. Dazu gehören Mund-, Hals-, Speiseröhren-, Kehlkopf-, Leber- oder auch Brustkrebs. Die belgische Stiftung gegen Krebs gibt aufgrund von Forschungen und Statistiken an, dass 3 % aller Krebserkrankungen bei Frauen und sogar 10 % bei Männern auf regelmäßigen Alkoholkonsum zurückzuführen sind.

Die Stiftung gegen Krebs und die Flämische Vereinigung gegen Alkohol und andere Drogenprobleme wollen mit der „Tournée Minérale“ beweisen, dass ein Monat ohne Alkohol die allgemeine körperliche Verfassung eines jeden Menschen verbessert. Alkohol ist kalorienreich, also kann man abnehmen, so die Initiatoren. Zudem schlafe und verdaue man besser und Körper und Geist würden mit Ausgeglichenheit auf den Alkoholverzicht reagieren.

Ob diese Aktion wirklich etwas bewirkt, sei dahingestellt. Wenn 100.000 Personen einen Monat lang auf alkoholische Getränke verzichten, hat das kaum Auswirkungen auf das Konsumverhalten oder auf den Umsatz in Handel und Gastronomie. Zwar gelten die Belgier allgemeinhin als besonders trinkfeste Europäer, doch ob diese Lokalrunde ohne Alkohol wirklich jene erreicht, die erreicht werden sollten, ist fraglich.

Kritiker - ja, die gibt's auch bei dieser Aktion - sind der Ansicht, dass die Menschen, die bei solchen Aktionen mitmachen, ohnehin bewusster leben, essen und trinken. Und ob das Ende dieses Verzichtmonats, übrigens der kürzeste Monat des Jahres, nicht vielleicht mit einem guten Tröpfchen gefeiert wird, sei ebenfalls dahingestellt, so die Kritik.

© Reporters / Michel Gouverneur