Interprofessionelles Tarif- Abkommen angenommen

Die drei großen Gewerkschaftsfamilien haben das mit den anderen Sozialpartnern vereinbarte überberufliche Tarifabkommen (IPA) für den Zeitraum 2017-2018 angenommen. Dieses Abkommen sieht Lohnerhöhungen von 1,1 % über dem Index für die kommenden beiden Jahren in Belgien vor. Das Abkommen beinhaltet auch weitere Details, die über die Löhne und Gehälter hinausgehen.
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Die mit am Verhandlungstisch sitzenden Arbeitgeberverbände (VBO - belgisch, national, Unizo - Mittelstand in Flandern und Brüssel, Voka - Flandern, UCM - Mittelstand in der Wallonie und UWE - Wallonie) hatten dem Abkommen bereits Mitte Januar zugestimmt.

Jetzt stimmten auch die Gewerkschaften dem „Interprofessionellen Tarifabkommen“ (IPA) zu. Bei der christlichen Gewerkschaft ACV stimmten an der Basis 88 % der Mitglieder zu, bei der sozialistischen ABVV „eine signifikante Mehrheit“ und bei der liberalen ACLVB „eine sehr große Mehrheit“.

Neben den Gehalts- und Lohnerhöhungen um 1,1 % für 2017 und 2018 gehören zu diesem Tarifabkommen auch eine Anhebung der niedrigsten Bezüge (Renten, Sozialhilfe) und eine Verlängerung der bestehenden Vorruhestands- und Frührentenregelungen. Sukzessive wird das Rentenalter in dieser Hinsicht bis 2019 von derzeit 55 Jahre auf 60 Jahre angehoben, was z.B. gilt, wenn ein Unternehmen schließt oder umstrukturiert und seine Belegschaft kollektiv entlässt.

Jetzt liegt der Ball bei der belgischen Bundesregierung, die das von der sogenannten 10er-Gruppe vereinbarte Tarifabkommen in geltendes Recht umwandeln muss. In der 10er-Gruppe sind die Arbeitgeber- und die Arbeitnehmerverbände ebenso vertreten, wie eine Abordnung der belgischen Bundesregering.