Kinderarmut in Brüssel: 4 von 10 Kindern betroffen

Die Kinderarmut in der belgischen Hauptstadt Brüssel nimmt alarmierende Ausmaße an. Inzwischen kommen hier vier von 10 Kindern in finanziell minderbemittelten Haushalten zur Welt. Dies liegt verstärkt auch daran, dass in Brüssel viele alleinerziehende Mütter leben, die ohne festen Job mit weniger als 900 € pro Monat auskommen müssen. Und Brüssel bleibt ein Anziehungspunkt für Neuankömmlinge, die finanziell auch selten gut dastehen.

Bianca Debaets (CD&V), Staatssekretärin für Chancengleichheit der Brüsseler Regionalregierung, sagte gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion, dass hier bereits einiges geschehe, um die Armut, speziell die von Kindern, in den Griff zu bekommen, doch ständig kämen viele Neuankömmlinge hier an:

„Viele Menschen schaffen es, aus der Armutsspirale herauszukommen, das können wir beobachten. Wir sehen auch, dass diese, wenn sie es schaffen, an den Stadtrand ziehen. Doch diesen Freiraum nehmen viele Neuankömmling ein. Brüssel hatte schon immer eine magnetische Anziehungskraft auf die Menschen und wir wollen auch, dass das so bleibt. Aber, wir müssen sehen, dass wir auch diesen neuen Gruppen Chancen bieten. Das bleibt unser Einsatz.“

Inzwischen aber kommen vier von 10 Kindern in Brüssel in Armut zur Welt. Diese Zahl basiert zum ersten Mal nicht auf Schätzungen, sondern auf Geburtsakten und wissenschaftliche Untersuchung. Die meisten dieser Kinder leben zudem bei alleinerziehenden Müttern. Inzwischen wächst jedes sechste Kind in Brüssel bei einem alleinstehenden Elternteil auf und hier sind es vor allem die Frauen, die mit schlechtbezahlten Jobs ihr Ein- und Auskommen verdienen müssen, wenn sie überhaupt einen Arbeitsplatz finden.

Ein weiteres Armutsrisiko besteht darin, dass viele dieser alleinstehenden Mütter nicht aus Belgien kommen, sondern eingewandert sind. Kommen diese zudem nicht aus einem europäischen Land, ist das Risiko für diese Frauen, nicht aus der Armut herauszukommen, noch größer. Das betrifft hier wiederum vermehrt Frauen aus afrikanischen Ländern. Und leider steht Armut in dieser Form gleich mit schlechter Gesundheit durch schlechte Nahrung.

Die flämischen Städte Gent und Antwerpen haben in dieser Hinsicht nicht so schlechte Werte und Statistiken, wie Brüssel, doch in den wallonischen Metropolen Lüttich und Charleroi sind die Armutszahlen noch wesentlich schlechter, als in der belgischen Hauptstadt.