Brüsseler Gefängnis Vorst: Neuer Stil in alten Mauern

Die Haftanstalt im Brüsseler Stadtteil Vorst (Fotos) hatte lange mit einem schlechten Image zu kämpfen und nach dem wochenlangen Streik des Gefängnispersonals im vergangenen Jahr sah es so aus, dass auch eine Schließung der Einrichtung bevorstehen könnte. Jetzt wurde das Funktionieren der Haftanstalt dem Rahmen, den die Gebäude bieten, angepasst.

Die Haftanstalt von Vorst ist heute ein Gefängnis, in dem nur noch tatsächlich verurteilte Straftäter sitzen. Das bedeutet, dass Untersuchungshäftlinge hier nicht mehr untergebracht werden, was wiederum zur Folge hat, dass die Zahl der hier untergebrachten Insassen nach unten korrigiert wurde.

Dies sorgt fürs erste für Entspannung. Doch auch baulich wurde hier einiges verändert, wenn dies auch aufgrund des Alters des Gefängnisses nicht auf den ersten Blick zu erkennen ist. Neben dem einen oder anderen neuen Farbstrich an den Wänden fällt aber auf, dass das Gefängnis von Brüssel-Vorst jetzt endlich über Feuertreppen verfügt und dass die sanitären Anlagen auf Vordermann gebracht werden konnten.

Nichts desto trotz handelt es sich hier um ein Gebäude aus dem 19. Jahrhundert. Dies wolle und könne man nicht verändern, so Gefängnisleiter Jürgen Van Poucke bei einem Pressetermin in den Gemäuern. In Vorst ist Platz für 180 Häftlinge, von denen 100 in einem „offenen Regime“ hier untergebracht sind, d.h. deren Zellentüren sind tagsüber offen und sie können sich innerhalb der Gefängnismauern „frei“ bewegen.

Vor diesem Hintergrund sollte man aber nicht vergessen, dass sich das Problem der Überbelegung nur verlagert hat und zwar in Richtung der gar nicht so weit entfernten Haftanstalt von Brüssel-Sint-Gillies. Hier werden derzeit rund 900 Häftlinge untergebracht. Offiziell ist in diesem Knast aus dem Jahr 1884 Platz für 502 Gefangene…