Technische Probleme bei den "weißen Kassen"

Bei zwei Dritteln der sogenannten „weißen Kassen“ im belgischen Gaststättengewerbe ist ein technisches Problem festgestellt worden, wie die Finanzbehörden melden. Die „Weißen Kassen“ sind verpflichtete Registrierkassen, die in der hiesigen Gastronomie gegen Schwarzarbeit zum Einsatz kommen.

Bei den Defekten, die in den „weißen Kassen“ festgestellt wurden, handelt es sich um Probleme technischer Art. Die in diesen Kassen registrierten Angaben und Daten werden nach einer gewissen Zeit nicht mehr gespeichert, erklärte der Sprecher des belgischen Finanzministeriums, Francis Adyns, in Brüssel. Das bedeutet, dass der Chip im Datenmodul des Steueramtes die Angaben der Gastronomen nicht festlegt und nach rund einem Jahr ausfällt. Dabei werden die registrierten Daten offenbar gelöscht.

Der Vorgang betrifft rund 12.000 Geräte eines bestimmten aber nicht genannten Herstellers, der dieses Problem jetzt lösen muss. Da sich diese Panne genau nach einem Jahr erst zeige, bleibe ausreichend Zeit, die Geräte kostenlos für die Gastronomen zu ersetzen, so das Finanzministerium weiter dazu. Dies bedeutet, dass die Gaststättenbetreiber ohne Unterbrechung weiterarbeiten können. Von großangelegtem Betrug sei hier aber nicht die Rede. Es handele sich tatsächlich um ein technisches Problem, bemerkte Finanzamtssprecher Adyns gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion.

Die betroffene Branche reagierte mit wenig Verständnis auf den Vorgang. „Wir sind empört darüber, dass wir das erst über die Medien erfahren müssen“, so Danny Van Assche vom flämischen Gastronomieverband Horeca Vlaanderen. Er erinnerte daran, dass das Finanzamt das System der „weißen Kassen“ seinerzeit zertifiziert hatte, bevor die Geräte an die Gastronomie abgegeben wurden.

"Weiße Kasse" oder "Black Box"?

Eine „weiße Kasse“ ist eigentlich eher eine Art elektronische „Black Box“, die alle Verrichtungen in einem Gastronomiebetrieb (Restaurant, Bistrot, Café, Kneipe…) registriert und aufzeichnet. Das am Jahresanfang 2016 eingerichtete System soll gegen Betrug und Schwarzarbeit in der Gastronomie helfen. Alle Gaststätten in Belgien, die mehr als 25.000 € Umsatz mit Mahlzeiten im Jahr erzielen, sind verpflichtet, mit diesem System zu arbeiten.