Unterhaltungsindustrie klagt gegen Provider

Die Belgian Entertainment Assotiation (BEA), der Dachverband der hiesigen Film- und Musikindustrie, hat am Mittwoch eine Klage gegen einige in Belgien aktive Internetprovider eingereicht. Damit will die BEA erreichen, dass einige Streaming- und Download-Webseiten für illegal erklärt werden, da sie massiv Autorenrechte verletzen.

Die BEA reichte ihre Klage vor dem frankophonen Handelsgericht in Brüssel ein. Der Vorgang richtet sich gegen die Internetprovider Brutélé, Nethys, Proximus und Telenet. Ziel dieser Klage ist, wie BEA-Direktor Olivier Maeterlinck gegenüber der Wirtschaftszeitung L’Echo erklärte, das insgesamt neun Streaming- und Download-Sites offiziell als illegal erklärt werden.

Nur Internetprovider können Webseiten, die gegen geltendes (Autoren)Recht verstoßen, blockieren. Doch dazu muss deren Illegalität bestätigt werden. Dies erhofft sich die belgische Film- und Musikindustrie auf diesem juristischen Wege erreichen zu können.

Die BEA hat sich vorgenommen, so die flämische Tageszeitung Het Nieuwsblad, gegen alle Streaming- und Download-Sites vorzugehen, die illegal arbeiten und Piraterie zulassen. BEA-Direktor Maeterlinck sagte dazu, internationale Erfahrung habe gelehrt, dass solche Vorgänge nur über großangelegte juristische Verfolgung gelingen könne.

Dabei führte er u.a. den erfolgreichen Kampf gegen The Pirate Bay und gegen Popcorn Time an. The Pirate Bay gilt in 15 Ländern als illegal und dies führte zu einem Umsatzrückgang um 80 bis 90 %, so Maeterlinck in L’Echo. Doch inzwischen sind weitere dieser Anbieter aktiv und diese gelte es ebenfalls zu stören. „Man weiß nicht mehr, ob man auf legalen oder auf illegalen Webseiten surft“, warnt der Vertreter der belgischen Unterhaltungsindustrie die Menschen im Land.