Iranischer VUB-Professor zum Tod verurteilt

Ein iranischer Medizin-Professor, der auch für die Freie Universität Brüssel (VUB- Vrije Universiteit Brussel) arbeitet, ist in seinem Heimatland verhaftet und zum Tod verurteilt worden. Professor Ahmadreza Djalali (Foto) wurde der Prozess gemacht, weil er „mit feindlichen Staaten wie den USA und Israel zusammen gearbeitet hat“, heißt es in einer offiziellen Stellungnahmen. Die Brüsseler Rektorin Carolinie Pauwels ruft zum Protest auf.

Professor Ahmadreza Djalali hat einen Lehr- und Forschungsauftrag in der Katastrophenmedizin an der Brüsseler VUB-Universität und der italienischen Universität von Navaro.

Als der Professor im Mai nicht zu einer geplanten Vorlesung erschien, kontaktierten seine belgische Kollegen seine Ehefrau. Diese behauptete erst, ihr Mann habe einen Verkehrsunfall gehabt und liege im Koma. Im Oktober stellte sich heraus, dass dies eine Lüge war.

„Feindliche Staaten“

Inzwischen wurde klar, dass der 45-jährige Mediziner im April des vergangenen Jahres im Iran verhaftet worden war, als er seine Familie besuchen wollte. Er verbrachte sieben Monate in Einzelhaft.

„Von seiner Frau haben wir erfahren, dass ihm vorgeworfen wird, er habe mit feindlichen Staaten zusammengearbeitet“, sagte VUB-Rektorin Caroline Pauwels der VRT-Nachrichtenredaktion. Der Professor habe mit den USA und Israel zusammen gearbeitet, so die Anklage.

Angst

Djalali’s Ehefrau wollte anfangs nicht, dass über das Schicksal ihres Mannes etwas in den Medien erschien, weil sie befürchtete, das können sich gegen ihn richten. „Aber nachdem das Todesurteil verkündet wurde, muss alles Mögliche unternommen werden, um ihn zu retten“, so Rektorin Caroline Pauwels.

„So viel wir wissen, hat er keinen fairen Prozess erhalten und das ist ein Schändung der universellen Menschenrechte. Wir lehnen die Todesstrafe sowieso kategorisch ab.“. Die Brüsseler Universität hat deshalb die Medien eingeschaltet und eine online Petition zur Freilassung von Professor Djalali gestartet.