Michel zu Trump-Reaktionen: "Pferd nicht von hinten aufzäumen"

Man möge mit den Reaktionen auf die Haltung des neuen amerikanischen Präsidenten Donald Trump nicht übertreiben, aber man sollte auch nichts relativieren, erklärte Belgiens Premier am Freitag beim informellen Gipfel der europäischen Staats- und Regierungschefs auf Malta.

Die europäischen Staats- und Regierungschefs berieten sich am Freitag beim Mittagessen über die Beziehungen zu den Vereinigten Staaten von Trump. Die britische Premierministerin Theresa May, die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Präsident François Hollande hatten bereits Kontakt zum neuen Präsidenten und informierten ihre europäischen Kollegen bei "einer sehr sehr interessanten" Sitzung darüber, so Michel.

Nach Auffassung des belgischen Premiers führe die Präsidentschaft Trumps zu "einer möglichen Schwächung der Multilateralität". Wir dürften mit unseren Reaktionen auf die ersten Entschlüsse und Erklärungen von Präsident Trump "nicht übertreiben", betonte Michel. "Wir wissen noch nicht gut, was die Auswirkungen von Trumps Präsidentschaft sein werden und deshalb sollten wir bis dahin mit unseren Reaktionen nicht übertreiben, aber auch nichts relativieren."

Die mögliche Ernennung von Ted Malloch zum amerikanischen Botschafter bei den europäischen Institutionen sei laut Michel am Rande zur Sprache gekommen. "Aber nochmals, wir sollten das Pferd nicht von hinten aufzäumen."

Der Präsident des Europäischen Rates, Donald Tusk, hatte Trump zuvor in seinem Einladungsschreiben noch als eine Gefahr für die Europäische Union bezeichnet. Am Freitag sagte er, dass der Schutz der Beziehungen zu den USA "oberste politische Priorität" hätte. "Was wir brauchen, sind so stabile transatlantische Beziehungen wie möglich."