Vizepremier De Croo: Arbeitsbesuch in Indien

Belgiens Vize-Premier- und Minister für Entwicklungshilfe, digitale Agenda und Telekom, Alexander De Croo, befindet sich derzeit zu einem zweitägigen Arbeitsbesuch in Indien. Dabei ist er unter anderem zu Gast bei den Antwerp Port Days in Mumbai. Für Kritik in seiner belgischen Heimat sorgt die Tatsache, dass die hiesige Post (Bpost), für die De Croo im Telekom-Bereich ebenfalls zuständig ist, 200 Arbeitsplätze nach Indien outsourcen will.

In New Delhi trifft De Croo unter anderem indische Politiker zu Gesprächen in den Bereichen Entwicklungszusammenarbeit, Digitalisierung und internationaler Handel. Der wirtschaftliche Austausch zwischen unseren beiden Ländern ist sehr wichtig. Indien ist das achtwichtigste Exportland für Belgien und unser Land ist für Indien der drittgrößte Handelspartner in Europa. Dabei spielt der Diamantenhandel die mit 80 % des Handelsvolumens die wichtigste Rolle.

In Mumbai, dem früheren Bombay, trifft Bundesminister De Croo unter anderem CEO’s von belgischen und indischen Unternehmen und er führt Gespräche mit den Betreibern der Häfen von Antwerpen und Jawaharlal Nehru Port, dem größten indischen Containerhafen in der Nähe von Mumbai. Hier unterhalten beide Häfen ein gemeinsames Ausbildungszentrum.

Das Transportvolumen zwischen Antwerpen und Häfen in Indien betrug 2016 rund 6,4 Mio. Tonnen. Das entspricht in etwa 3 % des Gesamtvolumens im Hafen der Scheldemetropole. Davon wiederum laufen 30 % über Jawaharlal Nehru Port. Zwischen 2011 und 2015 nahm der Hochsee-Transport zwischen Antwerpen und Indien um 26 % zu.

Bpost lagert 200 Jobs nach Indien aus

Der Umzug von rund 200 externen IT-Jobs der belgischen Post nach Indien soll nach Angaben von Telekom- und Postminister Alexander De Croo keine negativen Folgen für die Beschäftigung in Belgien haben. In Belgien übersteige die Nachfrage nach Jobs im IT-Bereich ohnehin das vorliegende Angebot, so De Croo vor seiner Indien-Reise im Infrastrukturausschuss des belgischen Bundesparlaments.

In diesem Ausschuss hatten gleich mehrere Politiker verschiedener Parteien Fragen dazu. Dabei ging es in erster Linie im die Frage, ob dies Arbeitsplätze in Belgien kosten würde. Dies sei nicht der Fall, so der Minister, denn die 200 Betroffenen seien ohnehin freiberuflich tätig.