"Datenträger von Asylsuchern checken"

Freddy Roosemont (Foto), der Direktor des belgischen Ausländeramtes (DVZ), fordert in Zukunft Handys und Laptops von Asylbewerbern zu kontrollieren. Dadurch könne man unter Umständen potentielle Bedrohungen erkennen, sagte Roosemont vor dem Parlamentsausschuss zu den Anschlägen auf Brüssel vom 22. März 2016.
Nicolas Maeterlinck

DVZ-Leiter Freddy Roosemont ist der Auffassung, dass solche Kontrollen sehr sinnvoll im Kampf gegen den Terrorismus und im Sinne der öffentlichen Sicherheit sein können. Europa lasse dies zu, so Roosemont und in Skandinavien sei dies bereits Gang und Gäbe, sagte er gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion:

„Ich habe in skandinavischen Ländern, in Dänemark und in Norwegen gesehen, dass dort systematisch die elektronischen Datenträger von Asylsuchern gescreent werden und dies aus zwei Gründen: Einerseits um deren Asylgeschichte zu checken und andererseits auch, um eine mögliche Bedrohung für die nationale Sicherheit dieser Länder zu prüfen. Das ist etwas, wofür wir im Augenblick noch keine gesetzliche Grundlage haben.“

Roosemont ist der Ansicht, dass dies einen Mehrwert darstellen würde und er unterstrich, dass dies ausdrücklich unterstreiche.

Belgiens für Asyl und Einwanderung zuständiger Staatssekretär Theo Francken (N-VA) hatte schon letzten Sommer nach einem Aufenthalt in Dänemark für die Überprüfung von Mobiltelefonen und Computern von Flüchtlingen uns Asylsuchern im Zuge ihrer Antragstellung plädiert. Francken ist der Ansicht, dass zwischen 60 und 70 % aller Asylbewerber falsche oder zumindest fragliche Angaben zu ihrer Identität und Herkunft machen.