Iranischer VUB-Professor: Bourgeois interveniert

Flanderns Ministerpräsident Geert Bourgeois (N-VA) hat im Fall des von Todesstrafe bedrohten iranischen Professors Djalali Druck auf die Botschaft des Iran in Brüssel ausgeübt. Nach Angaben des iranischen Botschafters in Belgien soll der Wissenschaftler einen ehrlichen Prozess bekommen und er sei noch nicht zum Tode verurteilt. Bourgeois will den Fall weiter genau beobachten.

Seit einigen Monaten schon sitzt der an der flämischen Freien Universität Brüssel (VUB) beschäftigte Mediziner Professor Ahmadreza Djalali ohne Verfahren in einem Gefängnis in seinem Heimatland. Die iranische Justiz wirft ihm vor, er habe Kontakte zu Wissenschaftlern aus „feindlichen Ländern“. Damit meinen die iranischen Behörden wohl die USA und Israel. Deshalb droht ihm die Todesstrafe.

Djalali ist eigentich Notarzt lebt mit seiner Familie schon lange in Europa. Bei einem Besuch in seiner Heimat wurde er verhaftet und zunächst wusste niemand, wo er war und was mit ihm geschehen war. Der Professor arbeitete unter anderem an der VUB an einer international ausgelegten Ausbildung für Notärzte.

Amnesty International geht davon aus, dass der Mediziner keine adäquate Möglichkeit haben werde, sich zu verteidigen. Dem allerdings wiedersprach die iranische Botschaft in Brüssel gegenüber Flanderns Landeschef Bourgeois. Dieser zeigte sich nach dem Gespräch in der iranischen Botschaft allerdings nicht wirklich überzeugt:

„Beruhigt bin ich noch nicht, denn sein Los ist weiter unklar. Ich warte auf weitere Informationen und ich finde, dass es wichtig ist, dass man in Teheran, im Iran, merkt, dass der Vorgang hier Betroffenheit auslöst und dass es hier viele Menschen gibt, die sich Sorgen machen. Aber, ich halte es auch für wichtig, dass man in diesem Land, mit dem wir eigentlich gute Beziehungen führen, weiß, dass so etwas hier ein wichtiges Thema ist.“ Inzwischen haben in Belgien mehr als 50.000 Menschen die Petition zur Freilassung des Wissenschaftlers unterzeichnet.