Zeitarbeit in Belgien weiter auf der Erfolgsspur

Die Zahl der Arbeitnehmer in Belgien, die über Zeitarbeits-Vermittler eine Beschäftigung finden, nahm 2016 im dritten Jahr in Folge weiter zu. Die Zeitarbeit gilt in Belgien als wichtiger Indikator für den Wirtschaftsaufschwung. Je mehr Beschäftigte über diesen Weg einen Job finden, je höher steigen die Erwartungen der Wirtschaft im Lande, so Federgon, der Dachverband der hier aktiven Interim-Unternehmen.

Im vergangenen Jahr waren täglich durchschnittlich 107.000 Arbeitnehmer über Zeitarbeitsverträge in Belgien beschäftigt. Dies ist ein Anstieg um 7 % gegenüber 2015. Damit stieg dieser Beschäftigungsgrad schon zum dritten Mal in Folge - 2014: 90.270, 2015: 100.345 und 2016: 107.000.

Paul Verschueren von Federgon, der Dachverband der belgischen Zeitarbeitsvermittler, hält diese Entwicklung für besonders positiv: „Zeitarbeit ist ein prima Barometer für die wirtschaftliche Konjunktur, die sich hier vollständig in die Ökonomie einbringt. Dieser Barometer geht der Entwicklung am Arbeitsmarkt sogar noch voran. Geht es der Zeitarbeit gut, dann schlägt sich dies innerhalb von drei bis sechs Monaten auch in einer Zunahme bei den festen Arbeitsverträgen nieder.“

Zeitarbeit findet sich in unserem Land vor allem im Bereich der Dienstleistung, aber auch in Industriesektoren, wie dem Technologiegewerbe, im Textil, in der Chemie, in der Lebensmittelindustrie sowie in den Bereichen Transport, Verkehr, Logistik und Vertrieb. Die Zeitarbeitskräfte teilen sich in 57,3 % Arbeiter und 42,7 % Angestellte auf.

Arbeitskarten für Ausländer: Zunahme in Flandern

In den vergangenen zwei Jahren haben dreimal so viele Einwanderer eine Arbeitserlaubnis im belgischen Bundesland Flandern erhalten, wie im Jahr davor. Alleine 2016 wurden hier 6.500 Arbeitskarten für Ausländer ausgestellt.

Nach Angaben von Landesarbeitsminister Philippe Muyters (N-VA) handelt es sich in der Mehrheit dabei um Flüchtlinge, die vorerst nur über eine vorläufige Aufenthaltserlaubnis verfügen, deren definitives Bleiberecht aber noch nicht feststeht. Sobald sich solche Personen offiziell vier Monate in Flandern aufhalten, können sie sich mit einer solchen Arbeitskarte einen Job suchen.

Die belgische Bahn sucht dringend Kollegen

Die belgische Eisenbahngesellschaft NMBS/SNCB sucht noch bis zum Jahresende dringend Kandidaten für 472 offene Stellen als Lokführer und für 312 freie Stellen bei den Zugschaffnern. Die Bahn muss sich bis Ende 2016 personell auf eine große Anzahl an Mitarbeitern vorbereiten, die in Rente gehen werden. Zudem wird die Zahl der Züge und der Zugverbindungen in absehbarer Zeit in Belgien weiter ausgebreitet.

Im neuen Verkehrsplan der belgischen Bundesregierung sind 5 % zusätzliche Zugkilometer vorgesehen. HR Rail organisiert deshalb vermehrt Jobtage für Kandidaten und auch für Studenten. Die Ausbildung zum Lokomotivführer dauert recht lange. Deshalb werden Engpässe derzeit auch über eine „Produktivitätssteigerung“ beim vorhandenen Fahrpersonal aufgefangen.