Wirtschaft wächst stärker als erwartet

Das belgische Planbüro hat die Wachstumsprognose für 2017 von 1,2 auf 1,4 Prozent leicht nach oben korrigiert. Grund dafür ist die steigende Binnennachfrage. Die Nationalbank bestätigte unterdessen, dass 2016 59.000 neue Arbeitsplätze geschaffen wurden. Im Vorjahr waren es nur 42.000.
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Parallel dazu ist die Zahl der Erwerbssuchenden um 26.000 zurückgegangen. In jedem Fall habe die belgische Wirtschaft die Terroranschläge vom 22. März noch überraschend gut weggesteckt, stellt die Nationalbank in ihrem neuesten Jahresbericht fest. Für das laufende Jahr wird sogar mit 109.000 zusätzlichen Jobs gerechnet, 35.000 mehr als ursprünglich erwartet.

Die steigende Binnennachfrage ist eine Folge der erstmals seit Jahren verbesserten Kaufkraft der Belgier. Diese ist ihrerseits auf die Schaffung neuer Arbeitsplätze und den Rückgang der Arbeitslosigkeit im Vorjahr zurückzuführen. Die Arbeitslosigkeit in Belgien ist inzwischen auf dem niedrigsten Stand seit fünf Jahren.

Nach den Schätzungen des Planbüros dürfte sich die Inflation 2017 bei 2,1 Prozent einpendeln. Im Mai wird der so genannte Schwellenindex, der eine Anhebung der Gehälter im Öffentlichen Dienst und eine Anhebung der Sozialbezüge mit sich bringt, voraussichtlich überschritten.

Die Nationalbank formuliert in ihrem Jahresbericht für das laufende Jahr drei Empfehlungen: Zunächst solle die Regierung weiter die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen im Auge halten, sprich: Die Löhne dürfen nicht stärker steigen als in den Nachbarländern. Zweitens: Die Regierung muss weiter dafür sorgen, dass die Menschen länger im Arbeitsleben bleiben. Und drittens: Der Haushalt muss unter Kontrolle gehalten werden, insbesondere die Staatsausgaben.

Vor allem an diesem dritten Punkt stoßen sich die Gewerkschaften. Die Nationalbank empfehle unter anderem, die Ausgaben weiter zu deckeln. Dabei seien doch die Einnahmen das Problem dieser Regierung. Die Gewerkschaften, die im Lenkungsausschuss der Nationalbank sitzen, weigerten sich aus diesem Grund, den Jahresbericht abzusegnen.