Juncker: "Es ist nicht an der Kommission, die Arbeit Belgiens zu erledigen"

Der Präsident der Europäischen Kommission, Jean-Claude Juncker, hat sich offenbar über die Kritik aus Wallonien an der Kommission und bezüglich CETA, europäisch-kanadisches Freihandelsabkommen, geärgert. Er habe die Kritik nicht gerade geschätzt, sagte er an diesem Dienstag vor den Abgeordneten des Ausschusses für Europafragen und Außenbeziehungen im belgischen Parlament.

Beim Thema CETA nahm Juncker an, dass sich Belgien in Zukunft besser nicht so sehr auf den Inhalt als auf die Methode besinnen sollte. Dabei bezog sich Juncker auf die Blockade der Unterzeichnung von CETA im letzten Oktober aufgrund innerbelgischer Diskrepanzen. "Ich habe die Kritik aus dem Süden des Landes an der Kommission, weil sie das Parlament von Namur nicht anhören konnte, nicht gerade geschätzt", lautete der Kommentar Junckers. „Es wäre die Aufgabe der Zentralregierung und der Regierungen der verschiedenen Regionen gewesen, sich untereinander zu einigen, anstelle die Kommission zu beschimpfen.“

"Es ist nicht an uns, Belgiens Arbeit zu erledigen. Das muss es schon selber machen“, sagte der Präsident der Europäischen Kommission und fügte hinzu, er respektiere die Befugnisse der Regionen, aber das seien nicht die üblichen Gesprächspartner der Kommission.