Falscher Terroralarm: Jugendlicher gefasst

Die Brüsseler Polizei hat einen 18 Jahre alten Jugendlichen festgenommen, der unter dem dringenden Verdacht steht, im Oktober 2016 mit einer ganzen Reihe von falschen Bombenalarmen für Panik gesorgt zu haben. Damals mussten mehrere öffentliche Gebäude geräumt werden. Nach den Anschlägen vom 22. März 2016 werden Bombenalarme in Belgien sehr ernst genommen und jedes Mal rücken die Sicherheitskräfte mit großen Aufgebot an.

Der Verdächtige, ein 18 Jahre alter Jugendlicher aus der Provinz Namür in der Wallonie, hatte am 5. Oktober 2016 gleich mehrmals falschen Bombenalarm gegeben. Dabei mussten in Brüssel der Justizpalast (Archivfoto oben), der Nordbahnhof und das Montesquieu-Gebäude evakuiert werden. In Charleroi mussten am gleichen Tag der Hauptbahnhof Charleroi-Süd und der Charterflughafen in Gosselies geräumt werden.

Diese Vorgänge sorgten für stundenlange Verspätungen bei der Bahn und für abgesagte Flüge am Charleroi Airport. Im Justizpalast mussten Prozesse unterbrochen werden. Nur fünf Tage meldete der Verdächtige über Facebook eine Bombe im Brüsseler Portalis-Gebäude. Die Ermittlungen in den einzelnen Fällen wurden rasch zusammengelegt, denn schnell erwies sich, dass alle falschen Bombenwarnungen die gleiche Quelle hatten: Ein Facebook-Account über eine belgische IP-Adresse führte zu dem 19jährigen Verdächtigen.

Der Jugendliche, der zum Zeitpunkt der Falschmeldungen bereits volljährig war, wurde am Montag verhaftet und der Ermittlungsrichter ordnete Untersuchungshaft an. Der junge Mann wurde wegen falschen Angaben zu terroristischen Anschlägen angeklagt. Die Staatsanwaltschaft erinnert daran, dass man in Fällen von falschem Bombenalarm oder fälschlich angekündigten Anschlägen hart gegen die Täter vorgehen muss.

Auf den Verdächtigen kommen eine monatelange Haftstrafe und empfindliche Geldbußen zu. Überdies können Schadensersatzforderungen in Millionenhöhe auf den jungen Mann zukommen, z.B. von der Bahn und von den geschädigten Fluggesellschaften am Charleroi Airport.