Grimbergen: Neue Wende in der Eurostadion-Saga

Der geplante Bau des umstrittenen neuen Nationalstadions in Brüssel ist unerwartet einen Schritt weitergekommen. Vorgesehener Bauplatz ist der Parking C am Heyselgelände auf dem Gebiet der Nachbargemeinde Grimbergen in Flämisch-Brabant. Grimbergen hatte bisher auf einem kaum noch sichtbaren Gemeindeweg hingewiesen, um den Bau zu verhindern, doch der Gemeinderat vollzog eine komplette Wende in dieser Frage.

Am Donnerstagabend beschloss der Gemeinderat von Grimbergen, den Anspruch auf den Gemeindeweg mit seiner Gerechtsamen aufzugeben und damit den Bau des Nationalstadions auf dem Parking C (Foto unten), der zu Grimbergen gehört aber im Besitz der Stadt Brüssel ist, zu ermöglichen. Damit ist dieser Weg formal nicht mehr existent. Politisch sorgte dies in Grimbergen für einen Streit, zumal eine Partei zum Ärger der Opposition die Seiten wechselte.

Zuvor hatte die Stadt Brüssel gedroht, bei den kommenden Veranstaltungen im König Baudouin-Stadion den Parking C zu schließen, damit die Autos der Besucher in Grimbergen selbst parken müssten. Grimbergen fürchtet ohnehin ein Verkehrschaos mit dem neuen Stadion und gab jetzt wohl klein bei.

Auch Bauherr Ghelamco hatte mit Konsequenzen für Grimbergen gedroht und kündigte bei einem Scheitern des Projekts durch den ominösen Gemeindeweg Schadensersatzklagen in Millionenhöhe an. Trotzdem steht das Projekt auf wackligen Beinen. Belgiens Rekordmeister RSC Anderlecht, neben dem Fußballverband KBVB eigentlich Projektpartner des Bauriesen Ghelamco, verabschiedete sich aus dem Vorhaben.

Das Nationalstadion soll bis 2020 fertiggestellt sein, um damit auch Austragungsort der für dieses Jahr anstehenden Fußball-Europameisterschaft sein zu können.