Historisch: Drei belgische Clubs im EL-Achtelfinale

Noch nie gelang es drei belgischen Erstligavereinen, sich gemeinsam für ein Achtelfinale in der Europa League zu qualifizieren. Doch am Donnerstagabend qualifizierten sich sowohl Rekordmeister RSC Anderlecht, als auch AA Gent und Racing Genk für die Runde der letzten 16 Mannschaften. Eine belgische Mannschaft ist bereits für das Viertelfinale qualifiziert…

Die Qualifikation der drei belgischen Erstligisten für das Achtelfinale in der Europa League ist tatsächlich ein Unikum, denn sie stehen gleichzeitig in einem einzigen Wettbewerb. In der Fußballsaison 1993/1994 standen zwar ebenfalls einmal drei belgische Clubs in einem europäischen Achtelfinale, aber jeweils in einem anderen Wettbewerb. Leicht hatten es Anderlecht, Gent und Genk in ihren Achtelfinal-Rückspielen nicht, doch sie zogen jeweils am Ende doch am längeren Ende…

Tottenham Hotspur - AA Gent 2:2 (0:1)

AA Gent sorgte am Donnerstagabend im prallgefüllten Londoner Wembley-Stadion für eine kleine Sensation. Nach dem die rund 8.000 mitgereisten Genter Fans vom Sturmtief „Thomas“ gebeutelt das Stadion erreichten, sahen sie zwar kein besonders schönes Spiel, doch die Freude über die Qualifikation war am Ende groß. Tottenham kam zwar durch Eriksen schon nach 11 Minuten in Führung, doch ein Eigentor von Kane sorgte für den Ausgleich. Nach knapp einer Stunde Spielzeit sorgte Wanyama für die erneute Führung von Tottenham, doch eine Rote Karte für Ali Dell nach einem bösen Foul gegen Dejaegere noch vor der Pause mischte die Karten neu.

Danach bliesen die Hotspurs mit den belgischen Nationalspielern Alderwereld, Dembélé und Vertongen weiter zum Sturm, doch der gerade erst eingewechselte Jérémy Perbet erlöste Gent in der 83. Minute. Gent musste übrigens auf einige Schüsselspieler verletzungsbedingt verzichten und während der Partie mussten Dejaegere und auch Milicevic nach Fouls ausgewechselt werden.

FC Zenit - RSC Anderlecht 3:1 (0:2)

Anderlecht verlor am Donnerstagabend zwar mit 3:1 gegen Zenit Sankt-Petersburg, doch im Hinspiel gewannen die Brüsseler im eigenen Stadion mit 2:0. Dieses eine Auswärtstor, dass Kiese Thelin erst in der Nachspielzeit erzielte, gab also den Ausschlag. Vorher hatten Giuliano mit zwei Treffern und Dzyba mit einem Tor die Russen beinahe qualifiziert. Doch den Anderlechtern ist klar, dass sie es so gerade noch einmal geschafft hatten.

Racing Genk - Astra Giurgiu 1:0 (2:2)

Der RC Genk qualifizierte sich zum ersten Mal in seiner Vereinsgeschichte für ein europäisches Achtelfinale. Gegen den rumänischen Meister hatten die Limburger ein recht leichtes Spiel und ein einziges Tor, dass Pozuelo in der 68. Spielminute per direktem Freistoß erzielte, reichte fürs Weiterkommen. Bester Mann auf dem Platz war aber Leandro Trossard. Der Mittelfeldspieler unterstützte mit seinen Zweikämpfen und seinen Weitschüssen nach vorne die Genker Offensive besonders vorbildlich und setzte damit Astra permanent unter Druck.

Belgisches Duell

Am Freitagmittag wurden am Sitz der UEFA in Nyon in der Schweiz die Gegner für die nächsten Begegnungen in der Europa League ausgelost. Im Achtelfinale treffen AA Gent und Racing Genk zu einem belgischen Duell aufeinander (genau wie Borussia Mönchengladbach und Schalke 04 in Deutschland).

Der RSC Anderlecht hingegen loste APOEL Nikosia aus Zypern aus. Das ist der Verein, wo der ehemalige Jupiler- und Bundesligaspieler Igor De Camargo heute antritt. Die Hinspiele finden am 9. März statt und die Rückspiele eine Woche später. Anderlecht spielt zunächst auf Zypern.

Seit der Fußballsaison 1988-1989 ist es zu keinem belgischen Aufeinandertreffen mehr in einem europäischen Wettbewerb gekommen. Damals warf KV Mechelen den RSC Anderlecht in der zweiten Runde des Pokals der Pokalsieger aus dem Turnier.