Im Januar 9 Tage "Dunkelflaute" in Belgien

Im vergangenen Monat Januar wurde in Belgien an 9 Tagen „Dunkelflaute“ registriert. „Dunkelflaute“ bedeutet auch in unserem Land eine Situation, bei der nachhaltige Energiequellen nichts liefern können. Oder deutlicher ausgedrückt, Tage an denen weder die Sonne scheint, noch ausreichend Wind weht. Diese Zahl kommt von Hochspannungs-Netzbetreiber Elia und wurde gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion bestätigt.

Der Begriff „Dunkelflaute“ kommt aus Deutschland und wird hier in Belgien, zumindest im niederländisch-sprachigen Flandern, gar nicht erst übersetzt. In Deutschland ist dieses Phänomen schon länger bekannt, denn dort setzt man seit dem 2010 beschlossenen Atomausstieg nach Fukushima im Rahmen der „Energiewende“ deutlich auf nachhaltige Energie. Trotzdem sorgt eine „Dunkelflaute“ nicht wirklich für Panik, denn in Sachen Energiegewinnung wird immer häufiger grenzüberschreitend gedacht und im Prinzip kann es nicht sein, dass in allen Ländern gleichzeitig weder die Sonne scheint, noch Windstille herrscht…

Auch in Belgien wird immer mehr auf erneuerbare Energiequellen gesetzt. In der Nordsee vor der belgischen Küste entstehen immer größere Off-Shore-Windparks, private Haushalte investieren in Sonnenkollektoren auf den Dächern ihrer Häuser und auch im Inland, z.B. entlang von Autobahnen und in Gewerbegebieten oder Industriezonen werden Windräder aufgestellt.

Und auch in Belgien steht der Atomausstieg auf dem Programm. Wann dieser Zeitpunkt genau kommen wird, ist allerdings unklar, da noch unlängst eine Laufzeitverlängerung von älteren Atommeilern beschlossen wurde. Doch die pannenlastigen Altmeiler können nicht ewig am Netzbleiben und aus dem benachbarten Ausland wächst der (politische) Druck, diese abzuschalten.

Grenzenlose Energie..?

Also, auch Belgien setzt auf erneuerbare Energiequellen. Die Frage nach 9 Tagen „Dunkelflaute“ alleine im Januar lautet aber jetzt, ob dies für effektive Probleme in der Stromversorgung sorgen kann? Die Antwort darauf ist die Tatsache, dass der Energiemarkt immer grenzüberschreitender wird und das hier Nachfrage und Angebot tagtäglich und vorausplanend aufeinander abgestimmt werden. Dieses „day ahead market“ genannte System des Elektrizitätshandels erstreckt sich über ganz Europa zwischen Süden und Norden, zwischen Westen und Osten.

Und hier spielt die Wettervorhersage eine wichtige Rolle, denn, wie gesagt, hier müssen Wind und Sonnenschein im Voraus bestimmt werden. In Belgien ist dies die Aufgabe des Hochspannungs-Netzbetreibers Elia, ein börsennotiertes Unternehmen. Elia ist für die belgische Stromversorgung, also auch für den Handel an den internationalen Strommärkten zuständig.

Schon jetzt arbeitet das Unternehmen an einer Verstärkung der grenzüberschreitenden Stromverbindungen (auch von und nach Deutschland, bzw. über die sogenannte „Stevin-Linie“ im Ärmelkanal nach Großbritannien). Ein europaweiter einheitlicher Elektrizitätsmarkt ist wohl die Zukunft. Das sollten sich Brexit-Fans und Anti-EU-Kräfte mal vor Augen halten, zumal in Zeiten, in denen alternative und regenerative Energiegewinnung immer wichtiger werden…