2016: 130.000 Mal Fahrverbot für Verkehrssünder

Jeden Tag müssen in Belgien rund 360 Fahrer ihrern Führerschein vorübergehend abgeben. Doch Personen mit Fahrverbot werden hierzulande kaum kontrolliert. Das schreibt die Zeitung De Standaard an diesem Samstag.

Unter den Fahrsündern sind zahlreiche Rezidivisten wie der 22-jährige belgische Fußballer Jordan Lukaku (Foto). Er stand letzte Woche bereits zum siebten Mal vor Gericht. Insgesamt haben die Richter in Belgien im letzten Jahr über 130.000 Mal Fahrverbote verhängt.

Etwa ein Fünftel der betroffenen Fahrer musste sich einer medizinischen und psychologischen Kontrolle unterziehen. Doch viele haben nichts daraus gelernt. Die Wiederholungstäter sind zahlreich und die Richter an die Gesetze gebunden. Strengere Strafen sind nicht immer möglich.

"Wer innerhalb von drei Jahren einen zweiten schweren Verstoß begeht, wird zu drei Monaten Führerscheinentzugs verurteilt", erklärt die Richterin Kathleen Stinckens. "Drei schwere Verstöße haben sechs Monate Fahrverbot zur Folge. Bei allen folgenden Verurteilungen werden neun Monate verhängt."

Jemandem ein lebenslanges Fahrverbot auferlegen, ist also nicht so einfach durchzusetzen. "Wir sind an die Gesetzgebung gebunden. In dieser Hinsicht können sich die Verurteilungen einer Person bis ins Unendliche anhäufen", so Stinckens noch.

Die Unbelehrbaren

"Wir haben hier sehr treue Kunden", wird Carine Lavaert, die Koordinatorin des Instituts für psychologisch-medizinische Prüfungen, in De Standaard zitiert.

Personen mit Fahrverbot werden in Belgien kaum überprüft und die Fahrer selbst vergäßen oft, warum sie nicht mehr fahren dürften. Sie brächten damit sich und andere in Gefahr, so Lavaert.