Einrichtung für Chancengleichheit in der Kritik

Die flämische Ministerin für Chancengleichheit, Liesbeth Homans (N-VA) (Foto), beschuldigte die unabhängige Einrichtung für Chancengleichheit und gegen Diskriminierung Unia an diesem Sonntag der Parteilichkeit und der Subjektivität. Unia sei "weder neutral, noch objektiv", so Homans. Ferner fügte sie hinzu, dass das ehemalige belgische Zentrum für Chancengleichheit allein die Interessen von ausländischen Bürgern vertrete. Unia wies die Kritik vehement zurück und bat um ein Treffen mit der flämischen Regionalistin.

Homans stellt sich ernsthafte Fragen zur Funktionsweise von Unia und bezieht sich dabei auf die Eröffnung des Einstellungsverfahrens, das nur bestimmten Bevölkerungsgruppen zugänglich sei. "Es handelt sich um pure Diskriminierung", ist Homans überzeugt.

Jeder müsse die Möglichkeit erhalten, bei Unia vorstellig werden zu dürfen, doch im Moment sei das nicht der Fall. "Ich werde aktuell mit Mails von Personen überspült, die sagen, dass sie auch eine Beschwerde eingereicht, aber nie eine Antwort erhalten hätten."

Homans kündigte an, dass sie eine Untersuchung einleiten werde. "Wir haben sie mit einer Rolle in der Politik der Chancengleichheit betraut. Die Rolle müssen sie korrekt erfüllen." Unia sei gewarnt: "Entweder sind Sie ein Zentrum für Chancengleichheit für alle oder Ihr Zentrum ist überflüssig."

"Was mich in dieser Woche erstaunt hat, ist die Reaktion eines Mitarbeiters von Unia auf eine Verurteilung von jemandem, der 2014 gerufen hatte, dass allen Juden die Kehle durchgeschnitten werden sollte", so Liesbeth Homans auch noch. "Ein Mitarbeiter sagte, dass dies keine Rechtsprechung, sondern Rechtsverdrehung" sei.

Das ginge einfach zu weit, findet Homans. "Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass sie sich konsequent auf die Seite einer Gruppe stellen und daher eigentlich kein Zentrum für gleiche Chancen sind", beschloss Homans.

Fakten liefern, bitte!

Unia reagierte inszwischen mit einem Pressebericht. In dem heißt es, Unia könne mit Kritik leben, aber "bitte auf der Grundlage von Fakten". "Ministerin Homans scheint die Arbeit von Unia nicht zu kennen", betont die Unia-Direktorin Els Keytsman in der Pressemitteilung. Ihre Einrichtung sei für alle Bürger da.

Unia basiere sich auf das Antirassismus- und Antidiskriminierungsgesetz. "Für uns zählen die Fakten und die sprechen für sich."

Unia hat Homans zu einem Gespräch eingeladen, doch selbst das sorgt für Diskussion. "Sie lädt nicht ein, sie darf zu uns kommen und das erklären", reagierte wiederum Homans auf Twitter.