Das Eurostadion braucht Grundstücke in Flandern

In der Saga um den geplanten Bau des sogenannten Eurostadions in Brüssel, in dem bei der Fußball-EM 2020 einige Spiele ausgetragen werden sollen, tut sich ein neues Problem auf. Nachdem der Streit mit der benachbarten Gemeinde Grimbergen (Flämisch-Brabant) beigelegt werden konnte, ist der neue Stein des Anstoßes ein dringend benötigtes zweiteiliges Grundstück, das dem belgischen Bundesland Flandern gehört.

Nach einer Meldung der flämischen Tageszeitung Het Laatste Nieuws handelt es sich dabei um zwei Parzellen, die an den Brüsseler Ring grenzt. Dieses zweiteilige Grundstück ist zum einen notwendig als Zu- bzw. Ausfahrten zum und vom Parkplatz des Stadions für die Autos der Besucher und zum andern als Tor für Fußgänger und Radfahrer. Doch die erforderlichen Grundstücke gehören der flämischen Verkehrsagentur für Wege und Verkehr. Zuständig ist hier Landesmobilitätsminister Ben Weyts (N-VA - kl. Foto).

Laut Het Laatste Nieuws weiß das Kabinett des Ministers bereits seit rund zwei Jahren, dass Bauherr Ghelamco diese Parzellen für das Eurostadion braucht, doch über dieses Thema wurde bisher nicht kommuniziert. Offenbar aber soll Weyts seiner Behörde gegenüber bereits 2015 angedeutet haben, man sei dazu bereit, diese Grundstücke der Stadt bzw. der Region Brüssel-Hauptstadt abzutreten.

Die Opposition im flämischen Landesparlament ist ebenso darüber entsetzt, als auch einige Bürgerinitiativen am Brüsseler Rand. Flanderns Mobilitätsminister Weyts deutete jetzt aber an, dass die beiden Parzellen nicht wirklich wichtig seien, sondern viel eher das vollständige Mobilitätsproblem rund um das Stadion-Gelände: „Wir wollen erst sehen, dass Ghelamco Antworten auf alle Fragen gibt, die das Landesamt für Mobilität und öffentliche Arbeiten vor einigen Wochen gestellt hat.“ Dieses Amt hatte dem Mobilitätsprojekt des Bauherren ein negatives Gutachten gegeben. Zudem, so Weyts, müssen auch noch einige Probleme in Sachen Raumordnungsverfahren gelöst werden.

(Fast) Jeder ist betroffen

Dieses Problem ist also weitaus größer, als die Frage um einen Gemeindeweg auf dem Parking C, auf den die Nachbargemeinde Grimbergen eine Zeit lang bestanden hatte. Doch innerhalb der flämischen Landesregierung hat niemand wirklich Lust darauf, dass in dieser Frage Druck auf die hiesigen Instanzen ausgeübt wird. Inzwischen sind demnach die Gemeinde Grimbergen, die Stadt und die Hauptstadtregion Brüssel und auch das belgische Bundesland Flandern in den Stadionbau „verwickelt“.