"She decides" in Brüssel reagiert auf Trump

Im Brüsseler Egmontpalast begann am Donnerstagmorgen eine internationale Konferenz zu den Rechten von Mädchen und Frauen auf Ebene von Sexualität und Schwangerschaft. Diese Konferenz wird von der belgischen Bundesregierung gemeinsam mit Schweden, den Niederlanden und Dänemark sowie einigen regierungsunabhängigen Organisationen (NGO) und Unternehmen organisiert. Sie ist eine Reaktion auf die Ankündigung des neuen US-Präsidenten Donald Trump, Hilfsorganisationen, die mit Abtreibungen zu tun haben, nicht mehr zu finanzieren. Im Laufe des ersten Konferenztages kamen insgesamt 181 Mio. € zusammen.

Schirmherr dieser Konferenz unter dem Motto „She decides“ ist Belgiens Minister für Entwicklungszusammenarbeit Alexander de Croo (kl. Foto) von den flämischen Liberalen Open VLD. De Croo sagte am Donnerstagmorgen gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion, dass es bei den von Trumps Ankündigungen betroffenen NGO um wesentlich mehr als Abtreibung gehe:

„Die Organisationen sind in erster Linie mit Familienplanung, Aufklärung und mit der Sorge beschäftigt, dass Mädchen in aller Welt zur Schule gehen können. Der Impact davon ist enorm. Wir haben in den vergangenen 20 Jahren enorme Fortschritte verbucht und es gingen noch nie so viele Mädchen weltweit zur Schule, wie heute.“

„Diese Mädchen werden stärker und können ihre eigenen Entscheidungen treffen und selbst ihre Zukunft planen. Ja, die Entscheidung der Trump-Administration hat das Risiko zur Folge, dass wieder Millionen von Mädchen zurück in die Dunkelheit gedrängt werden.“, so De Croo weiter.

Bei den diversen Reden und Ansprachen sowie bei den Anhörungen von Zeuginnen und ihren Geschichten wurden einige akute Probleme einmal mehr deutlich, wie z.B. die hohe Sterberate bei Frauen in Pakistan, die völlige Unwissenheit über Sexualität und Familienplanung in Mali und die hohe Zahl an Schwangerschaften bei minderjährigen Mädchen in Kolumbien.

50 Länder und einige Prominente sind vertreten

Bei der Konferenz im Egmontpalast in der belgischen Hauptstadt sind Vertreter aus rund 50 Ländern weltweit vertreten. Die Rechte von Mädchen und Frauen beschäftigen aber auch Prominente, die auf dieser Konferenz ebenfalls vertreten sind, um ihre Ansichten kundzutun. Darunter ist auch die flämische Chansonsängerin Axelle Red (kl. Foto), die Lieder in französischer Sprache singt und damit in Frankreich sehr erfolgreich ist.

Axelle Red unterstützt die Botschaft „She decdides“ dieser Konferenz: „Ich dachte, wir wären auf Ebene der Frauenrechte in der Welt schon viel weiter. Ich habe auf meinen Reisen als UNICEF-Botschafterin in Afrika und Asien aber bei Treffen mit Mädchen in Schulen erfahren, dass viele von ihnen nicht mehr dazu bereit sind, in einem noch jungen Alter schon Kinder zu kriegen. Die wissen heute einfach, wo ihre anderen Möglichkeiten liegen.“

181 Mio. € für die Rechte der Frau

Am Rande der Konferenz „She decides“ kündigten Belgien, die Niederlande, Schweden und Dänemark an, gemeinsam 51 Mio. € an Finanzmitteln, die als Startkapital für einen Fonds für Familien- und Geburtsplanung in Entwicklungsländern genutzt werden sollen, freizumachen und bereits gesammelt zu haben. Teile dieser Summe kamen über ein erst vor einigen Wochen lanciertes Crowdfunding zusammen.

Im Laufe des ersten Konferenztages kamen insgesamt 181 Mio. € zusammen. Unter anderem sagte Kanada 20 Mio. € zu und die Stiftung von Microsoft-Gründer Bill Gates und seiner Frau Melinda schenkt „She decides“ die gleiche Summe. Belgien, die Niederlande und Schweden stellen jeweils 10 Mio. € zur Verfügung und Dänemark sogar 21 Mio. €.

Die Initiatoren dieser Konferenz, Belgiens Entwicklungshilfeminister Reynders und seine Amtskolleginnen Liliane Ploumen aus den Niederlanden (Foto oben), Isabella Lövin aus Schweden und Ulla Tørnæs aus Dänemark gaben dies auf einer gemeinsamen Pressekonferenz am Rande von „She decides“ im Egmontpalast in Brüssel bekannt (kl. Foto).