Reynders lockert die Reisewarnung für Tunesien

Belgiens Außenminister Didier Reynders (MR) lobte bei seinem Besuch in Tunesien die Anstrengungen der Landes im Kampf gegen den Terror und für mehr Sicherheit. Aus diesem Grunde habe das belgische Außenamt auch die Reisewarnung für Tunesien zurückgezogen, zumindest teilweise, so Reynders. Belgische Reiseveranstalter kündigten bereits an, Flüge nach Tunesien bald wieder anbieten zu wollen.

Außenminister Didier Reynders (kl. Foto) traf am Mittwoch in Tunis mit seinem tunesischen Amtskollegen Khemaies Jhinaoui zusammen. Dabei ging es unter anderem um die Reisewarnung der belgischen Regierung und um die Themen Terrorismus und Sicherheit in dieser ehemaligen touristischen Hochburg, in der 2012 der sogenannte "Arabische Frühling" begann.

2015 war ein schweres Jahr für den tunesischen Tourismus, denn das Land wurde von mehreren Anschlägen getroffen, unter anderem auf das weltberühmte Bardo-Museum von Tunis und auf den bei Europäern beliebten Badeort Sousse. Zu den Anschlägen hatte sich damals die islamistische Terrorgruppe IS bekannt.

Als Reaktion auf diese Anschläge rieten einige Länder in Europa von Reisen nach Tunesien ab. Der Tourismus, einer der wichtigsten, wenn nicht der wichtigste Pfeiler der tunesischen Wirtschaft und einer der größten Arbeitgeber des Landes, kam dadurch fast völlig zum Erliegen. Die Politik in Tunesien setzte danach alles daran, die Welt davon zu überzeugen, dass das Land weiter sicher sei.

Die Bestrebungen Tunesiens, das Land wieder sicher für Urlauber aus Europa und dem Rest der Welt zu machen, stoßen auf Zustimmung auch aus Belgien. Außenminister Reynders kündigte jetzt an, die Reisewarnung für Tunesien teilweise wieder aufzuheben, bzw. für den Küstenstreifen rund um die Hauptstadt Tunis zu lockern.

Trotzdem bleibt das belgische Außenministerium bei seinem Rat, von nicht dringend erforderlichen Reisen in das nordafrikanische Land vorläufig weiter abzusehen. Außenminister Reynders wiederholte einmal mehr, dass seine Landsleute bei ihren Reiseplanungen unbedingt auf die Empfehlungen seines Ministeriums achten sollen.

Die belgische Filiale der Tourismsusgruppe TUI kündigte unterdessen an, schon ab Ende März wieder Flüge in Richtung Tunis anbieten zu wollen. Konkurrent Thomas Cook fliegt ab der zweiten Aprilwoche ebenfalls wieder Tunesien an.