Molenbeek: 144 radikale Vereine aufgeflogen

Die belgische Bundesstaatsanwaltschaft hat gegen hunderte Vereine aus dem Brüsseler Stadtteil Molenbeek und einigen Nachbargemeinden dieses Viertels Ermittlungen aufgenommen, um möglichen Verbindungen zu radikal-islamistischen Kreisen oder und zum Terrorismus auf die Spur zu kommen. Insgesamt untersuchten die Ermittler mehr als 3.300 Vereine auf ihre Nähe zu radikalen oder terroristischen Kreisen. Bei 144 davon wurden sie fündig.

Unter anderem glichen sie neue Datensätze der überprüften Vereine mit bereits bekanntem Erkenntnissen ab. Dabei stellten sie bei 144 Vereinigungen fragwürdige Links zu verdächtigen Kreisen fest. In 74 Fällen konnten Polizei und Staatsanwaltschaft sogar direkte Verbindungen zu radikalen oder terroristischen Kreisen aufdecken.

In einigen anderen Fällen fanden sie Hinweise auf Waffen- und Drogenschmuggel und Indizien zu weiteren kriminellen und gesetzeswidrigen Banden oder Machenschaften.

Belgiens Innenminister Jan Jambon (N-VA) will zum derzeitigen Stand der Dinge noch keine Schlüsse ziehen, doch, so der Minister, wisse man jetzt, dass Terrornetzwerke oder radikal-islamische Kreise zur Vorbereitung ihrer Straftaten oder zur Rekrutierung von Mitgliedern sehr gerne das System der Vereinigungen ohne Gewinnerzielungsabsichten (vzw. in Niederländisch, VoG. in Deutsch oder A.S.B.L. in Französisch) nutzen.

Nicht selten sind diese Vereine als Vereinigungen für Jugendarbeit oder als Sportclubs gemeldet und profitieren sogar von Zuschüssen der Region Brüssel-Hauptstadt.