Brexit Bedrohung für Hafen Zeebrügge

Der Hafen von Zeebrugge befürchtet, einer der großen Verlierer des Brexits zu werden. Hafenchef Joachim Coens nennt seien Hafen schon seit langem einen „britischen“ Hafen, weil 45 Prozent der dort umgeschlagenen Waren mit Großbritannien zu tun haben. Das sind insgesamt 17 Millionen Tonnen.

Der Ausstieg Großbritanniens aus der Europäischen Union stellt für den Hafen von Zeebrugge eine viel größere Bedrohung dar, als für die auf den Weltmarkt ausgerichteten Häfen Antwerpen, Rotterdam oder Dünkirchen.

Viele europäische Waren werden über Zeebrugge nach Großbritannien exportiert: Gemüse, Textilien, Kunststoffprodukte. Zeebrugge ist auch der größte Autohafen von Europa. Von den 2,8 Millionen Autos, die im Hafen abgefertigt werden, kommt eine Million aus Großbritannien oder wird dorthin exportiert. Hauptsächlich geht es um deutsche und französische Autos, die über Zeebrugge nach Großbritannien geliefert werden.

Wenn die Briten nach dem Austritt aus der EU Einfuhrzölle erheben, dann wird der Hafen von Zeebrugge in Schwierigkeiten geraten. Der Geschäftsführer des Hafens, Joachim Coens, hofft, dass sich EU und Großbritannien schnell auf ein Freihandelsabkommen verständigen.

Wenn die belgische Exportwirtschaft die Einfuhrzölle der Welthandelsorganisation zahlen muss, hat das eine zusätzliche Steuerbelastung von 1,6 Milliarden Euro zur Folge. Das macht europäische Waren in Großbritannien erheblich teurer und könnte zur Folge haben, dass die Anbieter andere Absatzmärkte suchen und den Hafen von Zeebrugge in Zukunft links liegen lassen.