"Ausländische Eltern sollten sich mehr für Schule ihrer Kinder interessieren"

Die flämische Bildungsministerin Hilde Crevits (kleines Foto im Text) ruft ausländische Eltern auf, sich mehr für die Schule ihrer Kinder zu interessieren. 15-jährige Schüler wurden getestet und das Ergebnis zeigt, dass Jugendliche mit Migrationshintergrund auffallend schlechter in der Schule abschneiden als einheimische Kinder.

Es handelt sich um Schüler der zweiten Generation von Migranten, das heißt um Jugendliche, die hier geboren sind. Die Ministerin ist der Auffassung, dass schon sehr umfangreich in den Sprachunterricht der Schulen investiert werde und deshalb nun die Eltern gefragt seien.

"Ich rufe die Eltern von Kindern, die zu Hause kein Niederländisch sprechen, direkt auf, sich für die Schule ihrer Kinder zu interessieren, an den Aktivitäten teilzunehmen und auch Niederländisch zu lernen", sagte die Ministerin in der VRT.

"Ich weiß, dass sehr viel getan wird, aber wenn ich die schulischen Leistungen sehe, dann ist das etwas, was von beiden Seiten kommen sollte: Schulen, die sich anstrengen, damit die Kinder gut Niederländisch lernen und sie aktiv in all das mit einbeziehen, was in der Schule passiert, aber daneben auch Eltern, die die Schule zum Vorbild nehmen."

Ministerin Crevits ruft junge Leute mit einem Migrationshintergrund außerdem dazu auf, selbst den Beruf des Lehrers anzustreben, weil es nicht viele ausländische Lehrer gibt.

In der Grundschule Windekind in Sint-Jans-Molenbeek (Brüssel) sprechen viele Schüler zu Hause zum Beispiel kein niederländisch. Doch der Direktorin Ingrid Depraetere gelingt es sehr gut, Eltern mit einer anderen Muttersprache als Niederländisch in die Schule mit einzubeziehen, zum Beispiel mit Hilfe von Elterngruppen. "Unsere Eltern entscheiden zum Beispiel bei der Abfallverwertung in Molenbeek mit. Dasselbe gilt für den Verkehr vor der Schule. Daneben organisieren wir Kaffee-Kontakte, bei denen wir Informationsarbeit leisten", so Depraetere.

"Wir beziehen die Eltern beim Vorlesen von Bilderbüchern mit ein und versuchen sie, auf die Wichtigkeit hiervon hinzuweisen. Wir informieren sie über unsere Hausaufgabenpolitik und wir veranstalten Momente der 'offenen Klassentür'".

Jasper Jacobs