Brüssel: Eine Stadt zum Bauen?

Brüssel ist die zwölftteuerste Stadt der Welt für Bauvorhaben. Das geht aus dem Bericht "International Construction Costs 2017" hervor.

Brüssel ist in diesem Jahr vom 13. auf den 12. Platz nach oben geklettert. "Brüssel ist eine komplexe Stadt, in der zahlreiche Reglements befolgt werden müssen und die einem steigenden Risiko ausgesetzt ist. All das spiegelt sich in den Baukosten wieder, erklärt Rik Menten vom Beratungsinstitut Arcadis, das sich auf den Bericht von "International Construction Costs 2017" stützt. "Die Vorschriften werden immer komplexer und damit steigen auch die Kosten, die an die Genehmigungen und Energiestudien gebunden sind. Ab 2018 müssen die Gebäude tatsächlich so gut wie energieneutral sein. Das ist positiv für die Umwelt, aber führt nicht gerade zur Kostensenkung."

Sowieso gilt: Wer in Brüssel bauen möchte, sollte bis unter die Zähne gewappnet sein. Die komplexe Bürokratie und komplizierte Verfahren sorgen für Unsicherheit. "Seit Jahren machen wir uns über die Rechtssicherheit Sorgen. Das Problem wird in Form einiger Fälle in den Medien besonders deutlich."

"Brüssel läuft Gefahr ein Irrenhaus zu werden, wo Projekte in endlosen Verfahren ins Stocken geraten." Bauunternehmer würden diese Unsicherheit auf die Preise aufrechnen, erklärt Menten noch.

New York führt die Liste der teuersten Städte für Bauvorhaben übrigens an. Hong Kong und Genf stehen an zweiter bzw. dritter Stelle. London kommt an vierter Stelle. London ist infolge der Abwertung des britischen Pfunds nach dem Brexit-Referendum in der Tabelle um zwei Plätze gesunken. 

Der Bericht "International Construction Costs" gibt einen Überblick der Baukosten für Immobilien und Infrastrukturen in 44 wichtigen Städten. Die Kosten umfassen den Bau selbst, die Materialien und andere Dienstleistungen wie Entwürfe.