134 Mio. € Schadensersatz für 22/3-Opfer

Die Anschläge vom 22. März 2016 in Brüssel und Zaventem haben bereits rund 134 Mio. € an Schadensersatz nach sich gezogen. Dies teilte Assuralia, der Dachverband des belgischen Versicherungssektors mit. Rund 82 % dieser Summe wurde Opfern zugesprochen, die körperliche Schäden erlitten oder die durch die Attentate schwere Finanz- oder Einkommensverluste hinnehmen mussten.
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„Die Gesamthöhe der Claims kann noch etwas höher werden, denn im Dezember kam noch ein umfassendes Dossier hinzu“, sagte Hans De Cuyper, der Vorsitzende von Assuralia dazu. Insgesamt erreichten die Versicherungen Claims von 1.361 Geschädigten. Darunter sind über 1.000 Personen, die sich zum Zeitpunkt des Anschlags am Brussels Airport in Zaventem aufgehalten hatten.

Über 70 % der Geschädigten hat bereits eine Schadensersatzsumme empfangen oder zumindest einen Vorschuss. Bei einem Teil dieser Summen handelt es sich um Zahlungen wegen eines erlittenen moralischen Schadens, um verpasste Flüge und zusätzliche Unterbringung in Hotels, oder auch um Entschädigungen für Geschäfte und Gastronomiebetriebe, die oftmals tagelang keine Einnahmen mehr hatten, so Assuralia weiter.

Von höheren Versicherungsprämien im Zuge der erhöhten Ausgaben durch 22/3 geht Assuralia-CEO De Cuyper aber nicht aus. Die dem Verband angeschlossenen Unternehmen seien ausreichend durch Reserven abgesichert. Dazu sind Versicherungsgesellschaften in Belgien durch ein entsprechendes Gesetz aus dem Jahr 2007 verpflichtet.

Übrigens: Mit einer Summe von bisher 134 Mio. € liegt die Höhe der tatsächlichen Entschädigungen deutlich niedriger, als die noch im Juni vorausberechneten 168 Mio. €. Bei den Anschlägen am 22. März 2016 kamen 32 Menschen ums Leben und mehr als 350 wurden zum Teil schwer verletzt.