Alkoholsünder: Geringe Strafe gegen Spende

Ein Polizeirichter in Brügge hat einem Autofahrer, der wegen Trunkenheit am Steuer vor Gericht stand, Strafminderung angeboten, wenn er sich im Gegenzug zu einer Spende für eine Vereinigung bereit erklärt, die sich für Opfer im Straßenverkehr einsetzt.

Der Angeklagte versuchte im vergangenen Sommer in Varsenare in der Provinz Westflandern einer Verkehrskontrolle zu entgehen, in dem er einfach umkehrte. Doch die Polizei verfolgte dessen Wagen und stellte bei einer anschließenden Kontrolle fest, dass der Autofahrer 1,54 Promille Alkohol im Blut hatte, wie die flämische Tageszeitung Het Nieuwsblad dazu in ihrer Mittwochsausgabe meldete.

Jetzt verurteilte der bekannte Polizeirichter Peter Vandamme, der schon öfter mit spektakulären Urteilen gegen Verkehrssünder aufgefallen ist, den Alkoholsünder zu einer geringen Strafe, doch er muss einem Verein, der sich für die Opfer von Verkehrsunfällen einsetzt, eine großzügige Spende zukommen lassen. Der Richter gab zu seinem Urteil an, dies sei kein Weg, um sich von einer fälligen Strafe freizukaufen. Er wolle lediglich der Gesellschaft gegenüber ein Zeichen setzen und ihr einen Dienst erweisen.

Diese Form eines Urteils gegen einen Verkehrssünder ist das erste seiner Art in Belgien. Der Angeklagte hat jetzt einen Monat Zeit, um seine Spende zu überweisen. Der Verein für Verkehrsopfer, der mit der Spende begünstigt werden soll, in der Fonds Emilie Leus. Gründer dieses Fonds ist Vincent Leus, der Vater von Emilie. Die junge Frau war bei einem von einem angetrunkenen Autofahrer verursachten Unfall ums Leben gekommen.

Meist gelesen auf VRT Nachrichten