Kaum noch private Wachen nach 22/3 in Belgien

Bei fast allen Unternehmen oder Geschäften, die nach den Anschlägen vom 22. März 2016 auf Zaventem und Brüssel einen Wachdienst beauftragten, ihre Gebäude zu bewachen, sind die Security-Mitarbeiter wieder verschwunden. Dies ist aus dem Jahresbericht von G4S, einem der Marktführer für Bewachungsaufträge in Belgien, ersichtlich.

Knapp ein Jahr nach den Anschlägen auf den belgischen Nationalflughafen Brussels Airport in Zaventem und auf die Metrostation Maalbeek in der Brüsseler Innenstadt werden kaum noch Unternehmen oder Geschäfte von privaten Wachdiensten bewacht. Kurz nach den Anschlägen hingegen war die Nachfrage groß und alleine G4S musste über 1.600 zusätzliche Mitarbeiter einstellen, von denen viele allerdings nur Zeitverträge bekamen.

Laut G4S-CEO Jean-Paul Van Avermaet sind die meisten Aufträge in der Privatwirtschaft inzwischen wieder abgelaufen, „doch in bestimmten Sektoren bleibt die Nachfrage weiter hoch. Denken Sie dabei an die Flughäfen, an die EU-Einrichtungen, an den Eventsektor und an die Kernkraftwerke.“

G4S geht davon aus, noch in diesem Jahr weitere rund 1.000 zusätzliche Security-Mitarbeiter anwerben zu müssen. Inzwischen ruft das Unternehmen dazu auf, die Zusammenarbeit zwischen den Bewachungsgesellschaften und der Polizei zu verbessern.

Van Avermaet gab dazu an, dass sein Unternehmen für Aufgaben, die die lokalen Behörden zum Beispiel nicht als ihre Kernaufgaben betrachten, komplementär sein kann: „Auf verschiedenen Ebenen laufen bereits Kooperationsabkommen zwischen Sicherheitsakteuren der öffentlichen Hand und dem privaten Sicherheitssektor, z.B. bei Kontrollen von gebührenpflichtigen Parkplätzen, bei der Ausführung von gerichtlichen Aufgaben und so weiter. Diese Zusammenarbeit könnte auf anderen Domänen oder Materien ausgeweitet werden.“

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