Ermittlungen zu den Panama Papers eingeleitet

Die Brüsseler Staatsanwaltschaft bestätigte am Donnerstag Meldungen, nach denen sie auf Basis der Panama Papers Ermittlungen gegen Personen eingeleitet hat, die belgischen Bankenkunden ermöglichten, Geld am Fiskus vorbei in Steuerparadiesen anzulegen oder auf dortigen Konten zu bunkern. Gegen wen die Staatsanwaltschaft genau ermittelt, wollte sie nicht angeben.

Aus gut unterrichteten Kreisen verlautete aber, dass die Fahnder der Soko-Betrug der belgischen Bundespolizei in erster Linie gegen Mittelsleute ermitteln, die im Auftrag von Kunden aus unserem Land Finanzkonstruktionen errichteten, über die Gelder am Fiskus vorbei geschleust werden konnten.

Der Skandal um die sogenannten Panama Papers wurde im April 2016 bekannt, als ein Datenleck dafür sorgte, dass Millionen Dokumente zu solchen Vorgängen an die Presse durchsickern konnten.

Anleger aus der ganzen Welt hatten demnach ihr Vermögen an den Finanzbehörden ihrer Heimatländer vorbei in Steueroasen angelegt. Im Zentrum steht die Anwaltskanzlei Mossak Fonseka aus Panama.

Nach einer Meldung der flämischen Wirtschaftszeitung De Tijd sollen in Belgien 117 Anwälte, Vermögensberater und andere Vermittler an der Konstruktion von Anlagen, Scheinfirmen und dubiosen Bankkonten für ihre Kunden beteiligt gewesen sein. Im Großherzogtum Luxemburg sorgten 76 weitere entsprechende „Fachleute“ für das Wohlergehen der Guthaben von Kunden aus Belgien.

Rund 300 Belgier aufgeflogen

Die Ermittlungen gegen die in Belgien und in Luxemburg aktiven Zwischenpersonen hinter den Konstruktionen der Panama Papers waren und sind kein leichtes Unterfangen für die Soko-Betrug der belgischen Bundespolizei. Die Fahnder haben keinen direkten Zugang zu den 11,5 Mio. öffentlich gewordenen Beständen, Unternehmenspapieren und Emails, die das internationale Journalisten-Konsortium ICIJ auffangen konnte.

Sie müssen sich auf jene Daten verlassen, die das ICIJ auf der eigenen Webseite veröffentlichten. Inzwischen sollen aber rund 300 Belgier aufgeflogen sein, die auf diesem Wege Geld investierten oder im Ausland steuerfrei untergebracht hatten. Und die Fahnder haben offenbar auch bereits über 50 Mittelsleute identifizieren können.

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