Zugunglück Löwen: "Der Zug fuhr zu schnell"

Die Staatsanwaltschaft von Löwen (Prov. Flämisch-Brabant) gab am Donnerstag bekannt, dass das Zugunglück im Bahnhof der Stadt vom 18. Februar (Foto) auf überhöhte Geschwindigkeit zurückzuführen ist. Bei diesem Unfall kam ein Fahrgast ums Leben und 27 weitere Fahrgäste wurden verletzt. Am Donnerstag verlor ein Zug bei Lüttich die letzten beiden Waggons.

Nach den Resultaten der Ermittlungen eines Eisenbahnfachmanns, der im Auftrag der Löwener Staatsanwaltschaft nach der Unfallursache suchte, fuhr der Zug zu schnell aus dem Bahnhof hinaus und entgleiste folglich auf einer Weiche, die für das Tempo des Zuges nicht zugelassen war.

Die Mitteilung der Staatsanwaltschaft erklärt den Unfallhergang wie folgt: „Als der Zug aus dem Bahnhof anfuhr und die erste Weiche nahm, wurde die zugelassene Geschwindigkeit von 40 km/h respektiert. Danach wurde die Geschwindigkeit in Richtung der Reisegeschwindigkeit von 90 km/h angehoben. Die fachliche Untersuchung erwies, dass sich der Zug der zweiten Weiche mit einer Geschwindigkeit von 100 km/h näherte und dann entgleiste. Diese zweite Weiche auf dieser Fahrt war nur für eine Höchstgeschwindigkeit von 40 km/h zugelassen.“

Bei einer ersten Befragung hatte der Lokführer des Zuges angegeben, er sei davon überzeugt gewesen, dass er hier mit 90 km/h habe fahren dürfen. Möglicherweise hat er das Signal, dass auf die Geschwindigkeitsbeschränkung hinweist, nicht gesehen, so die Staatsanwaltschaft weiter dazu. Der Lokführer sagte weiter zu dem Unfall, dass er sofort gebremst habe, als er feststellen musste, dass er nicht so schnell über die besagte zweite Weiche fahren durfte.

ETCS hätte den Unfall vermeiden können

Experten sind der Überzeugung, dass der Unfall von Löwen hätte vermieden werden können, wenn der Zug mit dem europäischen Sicherheits- und Bremssystem ETCS ausgerüstet gewesen wäre. Die Gleise, die Personenzüge von, Löwen aus in Richtung Brüssel, Mechelen oder Antwerpen nutzen, sind mit diesem System bereits ausgerüstet. ETCS sorgt dafür, dass ein Zug bei der Überschreitung der vorgeschriebenen Geschwindigkeit automatisch gestoppt wird. Demnach hätte der Unfallzug die fragliche Weiche gar nicht erst mit zu schnellem Tempo erreichen können, weil er vorher zwangsweise abgebremst worden wäre.

(Lesen sie bitte unter dem Foto weiter.)

Zug verliert Waggons

Am Donnerstagmorgen hat ein Zug zwischen Lüttich und Ans seine drei letzten Waggons und eine zweite Lokomotive verloren. In diesen Waggons saßen Fahrgäste. Doch der Zwischenfall verlief in Einklang mit allen entsprechenden technischen Sicherheitsvorkehrungen. Der Zug bestand aus acht Waggons, von denen sich die beiden letzten Wagen losgerissen hatten.

Reißt die Kupplung zwischen zwei Eisenbahnfahrzeugen, entsteht ein Druckverlust, der in sekunden-schnelle zu einer sogenannten „Zwangsbremsung“ führt, bei der beide voneinander getrennten Zugteile automatisch stehen bleiben. Dies erfolgte bei dem Vorfall bei Lüttich.

Dabei wurde übrigens niemand verletzt, doch durch den Stillstand des Zuges entstanden Verspätungen, die am Ende der morgendlichen Stoßzeit noch für Probleme sorgten. Im Laufe des Vormittags normalisierte sich die Lage auf dem Schienennetz zwischen Lüttich und Brüssel aber wieder, doch die Insassen mussten noch länger ausharren, bevor sie den Zug verlassen konnten.