Krebserregende Stoffe im Kunstrasen auswechseln!

In 19 Kunstrasenplätzen von Limburger Fußballvereinen befinden sich krebserregende Stoffe. Das geht aus einer Untersuchung der Universität Hasselt und des Toxikologen Jan Tytgat, die in Zusammenarbeit mit der Zeitung Het Belang van Limburg durchgeführt wurde, hervor.

Verschiedene Limburger Gemeinden und Fußballvereine, darunter auch Racing Genk, werden nun das Füllgranulat, das auf den Plätzen benutzt wird, vorsorglich auswechseln.

Es bestehe zwar keine unmittelbare große Gefahr für die Gesundheit, dennoch sei angeraten, schnellstmöglich sicheres Füllgranulat zu benutzen, betonte Tytgat.

"Man kann doch nicht ausschließen, dass, wenn man sich intensiv auf dem Feld aufhält, keine Gefahr für Krebs besteht. Da die Industrie inzwischen sicheres Füllgranulat produziert, sollte man das auch benutzen", sagte Tytgat in der VRT.

Ostbelgier Arimont hat sich dieses Themas bereits auf europäischer Ebene angenommen

Bereits Anfang des Monats hatte der ostbelgische Europa-Abgeordnete Pascal Arimont Klarheit von der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) über die Gefahr von Füllgranulat in Kunstrasenplätzen gefordert. Die Agentur hatte im Fazit ihrer Studie von "Nur wenig Grund zur Sorge" gesprochen, gleichzeitig aber bei dem aus recyceltem Reifenmaterial bestehenden Füllgranulat auf einige "Unsicherheiten" hingewiesen.

"Die Resultate dieser Untersuchungen sind nicht eindeutig. Einerseits wird gesagt, dass nur wenig Grund zur Sorge bestehe. Andererseits empfiehlt die ECHA u.a. eine Senkung der bestehenden Maximalkonzentration bestimmter Stoffe sowie das Duschen nach dem Sport auf Kunstrasenplätzen. In Hinsicht auf das in der EU geltende Vorsorgeprinzip fehlt die klare Aussage. Ich werde die Kommission daher erneut mit der Problematik konfrontieren, um zu erfahren, welche Schritte sie nun konkret unternehmen wird“, so Arimont Anfang dieses Monats in einer Pressemitteilung.

Bei der Studie der ECHA wurde u.a. die Konzentration der in dem Füllmaterial vorhandenen polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffe (PAK), die als potentiell krebserregend gelten, untersucht.