Waldschutz: Zu viele Rodungen in Flandern?

Nach Ansicht der flämischen Grünen (Groen) werden in Flandern immer noch schützenswerte Wälder gerodet. Über 12.000 Hektar wertvolle Wälder liegen in Wohn- oder Industriegebieten in Flandern. Nach Ansicht der Grünen zieht sich die von der flämischen Landesregierung zugesagte Umwandlung dieser Waldgebiete in Schutzgebiete zu lange hin und währenddessen werde fleißig abgeholzt.

Die flämische Landtagsabgeordnete Elisabeth Meuleman von Groen (kl. Foto) appellierte an die Regierung, dass diese Rodungen vermieden werden müssen. Gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion sagte sie dazu, dass im Juni 2016 eine Landkarte erstellt wurde, auf der die entsprechenden Gebiete gekennzeichnet wurden, doch dann sei von Verwaltungs- und Behördenseite her eine Flut von Anmerkungen eingereicht worden:

Meuleman fordert von Landesumweltministerin Joke Schauvliege (CD&V) eine rasche Umsetzung eines Abkommens zum Schutz der derzeit nur formal gekennzeichneten Wälder. Doch deren Partei, die flämischen Christdemokraten CD&V und Koalitionspartner Open VLD, die flämischen Liberalen, sträuben sich noch gegen ein entsprechendes Dekret und sehen die Waldkarte nur als eine Art „Kladde“ an.

Hier, heißt es dazu, „würden Baumreihen und Sträucher auf brachliegenden Grundstücken als schützenswerte Waldungen angedeutet“. In einigen angedeuteten lokalen Gebieten seien Wälder längst gefällt worden und doch würden die Grundstücke, die bereits bebaut seien, noch immer als Schutzwald verzeichnet.

Umweltministerin Schauvliege hält an der bestehenden Karte fest und überlässt ihrer Verwaltung die die Umsetzung des Vorgangs. Dies, so die Kritik der Grünen, ermögliche Unternehmen, ihr Areal noch schnell zu erweitern.

Das dabei Bäume fallen müssen, interessiere die Landesregierung kaum. Interessant ist dabei, dass die flämischen Nationaldemokraten N-VA, immerhin die stärkste Partei in Flandern und in der Landesregierung, am 2015 beschlossenen Walddekret festhält und damit der grünen Opposition in dieser Frage Recht gibt. Schauvliege freut sich nicht gerade über diese Dislussion innerhalb der Mehrheit.