König Philippe: "Last uns empfindsam sein!"

Bei der Gedenkveranstaltung an der Kleine Wetstraat zwischen dem Schummanplatz und der Metrostation Maalbeek wurde am Mittwochmorgen ein Kunstwerk des Bildhauers Jean-Henri Compère (Foto unten) zur Erinnerung an die Opfer der Anschläge vom 22. März 2016 enthüllt. Im Rahmen dieser Feierstunde ergriff auch König Philippe (Foto) das Wort.

Der belgische Monarch richtete sich persönlich und direkt an die Überlebenden und an die Freunde und Angehörigen der Opfer: „Niemand kann behaupten, ihre Prüfung vollständig zu begreifen. Sie, die einen Geliebten verloren haben und die in ihrem Körper und ihrem Geist tiefe Narben durch die terroristischen Anschläge tragen. Wir möchten ihnen zuhören und ihnen Respekt vor ihre Prüfung erweisen.“

König Philippe erinnerte noch einmal daran, dass er und seine Gemahlin, Königin Mathilde, während ihren häufigen Gesprächen mit Betroffenen oder Angehörigen von Opfern jedes Mal tief betroffen waren. Und dass er bewundere, wie sie eine Antwort auf diesen Hass und diese Gewalt finden konnten. Er lobte den Mut vieler Betroffener, mit Zweifel und Ängsten umzugehen und die unglaubliche Fähigkeit, mit der sie ein neues Leben begonnen haben.

Dankbarkeit und Bewunderung

Der König bedankte sich auch ein weiteres Mal bei allen, die Opfern und Betroffenen nach den Anschlägen selbstlos zur Seite gestanden haben und damit meinte er sowohl die Notdienste und die Polizei, als auch zufällig an den Tatorten anwesende. Und er bedankte sich bei jenen, die zur Versöhnung beigetragen haben und die allen Beteiligten, Opfern und Helfern, unterstützend zur Seite standen und stehen.

Nicht zuletzt hielt König Philippe ein Plädoyer für mehr Menschlichkeit in unserer Gesellschaft: „Lassen sie mich eine Überzeugung mit ihnen teilen. Es ist die Verantwortlichkeit von und allen, unsere Gesellschaft menschlicher und gerechter zu machen. Lasst und wieder lernen, einander zuzuhören, eines jeden Schwächen zu erkennen und daran zu arbeiten. Lasst uns vor allem den Mut haben, empfindsam zu sein. An diesem Tag der Besinnung und der Erinnerung ist dies uns dieses Land schuldig.“