Streik der Fluglotsen zu Ostern scheint abgewendet

Der drohende Streik der Lotsen der belgischen Flugsicherung Belgocontrol zu Ostern konnte abgewendet werden. In den vergangenen Wochen herrschte Unruhe unter den Fluglotsen, weil Bundesverkehrsminister François Bellot (MR) interne Untersuchungen zu umstrittenen Nutzungen von Start- und Landebahnen anberaumt hatte.

Doch am Dienstagabend führten Gespräche zwischen den Gewerkschaften, der Leitung der Flugsicherung und dem Bundesverkehrsministerium zu einer Entspannung der Lage. Nach Ansicht von Fluglotse Kurt Callaerts von der christlichen Gewerkschaft ACV-Transcom verliefen die Gespräche konstruktiv, wie er am Mittwochmorgen gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion erklärte:

„Wir waren erfreut zu hören, dass der Minister die Professionalität des Personals von Belgocontrol und der Fluglotsen nicht in Frage stellt. Das ist ein wichtiges Signal. Angesichts der Tatsache, dass es sich um ein konstruktives Gespräch handelte und dass darin ‚essen und trinken‘ für jeden besprochen wurde, gehe ich davon aus, dass die Aktion wohl abgewendet ist.“

Die Mitarbeiter der Flugsicherung von Belgocontrol waren sauer auf Verkehrsminister Bellot. Sie wehren sich gegen individuelle und persönliche Anhörungen zu ihrer Arbeit und zu ihren beruflich getroffenen Entscheidungen am Flughafen in Zaventem. Die Gewerkschaften fordern ein Ende dieser „Hexenjacht“ und reichten Anfang der Woche eine Streikankündigung für die Zeit der Osterferien in Belgien ein.

Die geplanten Anhörungen betreffen den Zeitraum zwischen dem 2. und dem 10. Oktober 2016. Damals hatten sich Bürgerinitiativen gegen Fluglärm in Brüssel mit Beschwerden an den Verkehrsminister gewendet, da in dieser Zeitspanne deutlich von der gebräuchlichen und abgesprochenen Nutzung der Start- und Landebahnen abgewichen wurde. Dies, so die Bürgerinitiativen, habe die Sicherheit von Anwohnern über Gebühr gefährdet und für mehr lokalen Fluglärm gesorgt. Dieser Sache will das Verkehrsministerium nachgehen.