"Marsch für das Leben"

Über tausend Menschen haben an diesem Sonntagnachmittag in Brüssel an der achten Ausgabe des "Marsches für das Leben" teilgenommen, eine Demonstration gegen Abtreibung, Euthanasie und das Recht der Frauen, frei über ihren Körper entscheiden zu können. So haben es die Organisatoren selbst ausgedrückt.

Wie die örtliche Polizei in Brüssel berichtet, seien rund 1.500 Personen in aller Stille auf die Straße gegangen. Sie zogen vom Kunstberg bis zum Justizpalast. Dort legten sie weiße Rosen nieder.

"Wir marschieren in Stille und sind mit unseren Gedanken bei den Menschen, die leiden", hieß es unter den Teilnehmern. "Bei den Menschen, die das Tageslicht noch nie gesehen haben, bei den Frauen, die nach einer Abtreibung leiden und bei den Menschen, die finden, dass ihr Leben des Lebens nicht mehr wert ist. Wir demonstrieren in aller Stille, weil wir finden, dass über Themen wie Abtreibung und Euthanasie in aller Ruhe diskutiert werden muss und die Debatte in den Medien jetzt häufig auf eine aggressive Art und Weise geführt wird."

Einer der Teilnehmer und Sprecher war Stéphane Mercier, Dozent an der Katholischen Universität von Louvain (UCL), der jüngst behauptete, dass Abtreibung Mord an einer unschuldigen Person sei und sich die Frage stellte, ob dies nicht schlimmer als Vergewaltigung sei. 

"Es ist meine Aufgabe als Philosoph, den Gedanken über den Sinn und den Schutz des Lebens frei nachzugehen ", sagte  Mercier. "Eine katholische Universität sollte meiner Meinung nach auch die Würde des Lebens verteidigen. Ich glaube, dass die Universitäts-Studenten absolut im Stande sind, selbst kritisch nachzudenken und den Wert der freien Meinungsäußerung verstehen."

Den Veranstaltern der Demo zufolge werden in Belgien täglich 57 Abtreibungen durchgeführt. Die belgischen Gesetze, die Abtreibung, Euthanasie, künstliche Befruchtung und Leihmutterschaft ermöglichten, verstießen gegen die Menschenwürde, sagen sie.