Aus für das Eurostadion? Flandern stellt sich quer

Hat die flämische Landesregierung den Stecker aus dem Eurostadion gezogen? Flanderns Landesminister für öffentliche Arbeiten, Ben Weyts (N-VA) weigert sich, zwei dem Land gehörende Grundstücke zu verkaufen, die für den Bau des Eurostadions auf dem Gelände des Parking C am Heizel-Messekomplex in Grimbergen notwendig sind.

Nach der Weigerung der Gemeinde Grimbergen in der Provinz Flämisch-Brabant am Brüsseler Rand, dem Bauprojekt die Baugenehmigung zu erteilen, kommt jetzt eine neue Hiobsbotschaft für die Projektträger Ghelamco (Bauunternehmen) und KBVB (Belgiens Fußballverband).

Flandern weigert sich definitiv, einige für den Bau des Eurostadions notwendige Grundstücke, die sich in Landeshand befinden, zu veräußern. Damit bleibt vom ursprünglichen Projekt zu diesem Stadionbau nicht mehr viel übrig. Mängel weist das Projekt ohnehin auf (siehe nebenstehende Beiträge).

Jetzt ist die Deadline für die Fußball-EM Euro 2020 wohl kaum noch zu halten. Eine Alternative könnte eine Renovierung des König-Baudouin-Stadions ganz in der Nähe sein, doch die Projektträger wollen dieses Stadion abreißen und haben demnach keinen Plan B. Nun wollen einige Parteien in Flandern eine unabhängige Untersuchung einer Renovierung des Stadions am Heizel auf den Weg bringen.

Ghelamco glaubt weiter daran, dass das Eurostadion fristgerecht fertig wird und zeigt sich weiter gegen ein modernisiertes König-Baudouin-Stadion aufgestellt. Flanderns Landessportminister Philippe Muyters (N-VA), der eigentlich für ein neues belgisches Nationalstadion ist, hält sich vornehm zurück. Sein Sprecher sagte dazu gegenüber der flämischen Tageszeitung De Morgen lediglich: „Neu oder renoviert, das ist uns egal.“