Innenminister reagiert auf Türkenkrawalle

Bundesinnenminister Jan Jambon (N-VA) geht davon aus, dass die Spannungen zwischen türkischen Bevölkerungsgruppen in unserem Land unvermeidbar seien, weil jeder das Recht habe zu demonstrieren. Theo Francken (N-VA), Staatssekretär für Asyl und Migration, glaubt, die doppelte Staatsbürgerschaft vieler belgischer Türken sei für die gewalttätigen Ausschreitungen am Donnerstag vor der türkischen Botschaft in Brüssel mitverantwortlich.
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Es sei nicht normal, dass Meinungsverschiedenheiten in anderen Ländern, auch in Belgien ausgetragen würden, aber dagegen könne wenig unternommen werden. So reagiert Jambon auf die gestrigen Krawalle zwischen Anhängern des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan und kurdischen Türken vor der Brüsseler Botschaft der Türkei.

„Wir können hiergegen wenig unternehmen, denn jeder hat das Recht zu demonstrieren“, so der Innenminister (Foto, links). „Für die Polizei ist dies ein zusätzlicher Auftrag. Bis zum Referendum vom 16. April wird sich dieses Problem weiter stellen.“

Bis dann können auch Auslandstürken in der Brüsseler Botschaft der Türkei und den türkischen Konsulaten ihre Stimme abgeben. Das war gestern der konkrete Anlass für die Krawalle zwischen in Belgien lebenden Türken und Kurden. Dabei wurden sechs Personen verletzt. Fünf Kundgebungsteilnehmer wurden festgenommen.

Staatssekretär für Asyl und Migration, Theo Francken, erklärte, die doppelte Staatsbürgerschaft vieler türkischen Belgier sei für die gegenwärtigen Spannungen mitverantwortlich. Er stellt fest, dass die Kurden auch in der Türkei angegriffen würden. „Täglich bombardiert Erdogan sie im Osten der Türkei“, sagte er.

Belgiens Regierungschef Charles Michel verurteilte die Gewalt. Er sagte, es gebe keine Toleranz dafür, wenn der Konflikt um das Referendum in der Türkei auf Belgien übergreife. Bei der Abstimmung geht es um das von Präsident Erdogan angestrebte Präsidialsystem, das ihm mehr Macht bescheren würde.