Die LKW-Maut bringt weniger ein als geplant

Die LKW-Maut für Lastwagen über 3,5 Tonnen hat im ersten Jahr nach ihrer Einführung dem belgischen Staat rund 650 Mio. € eingebracht, als knapp 2 Mio. € täglich. Etwa die Hälfte dieser Einnahmen wurden durch Lastwagen aus dem Ausland eingenommen.

Die LKW-Maut wird in Belgien ist seit dem 1. April 2016 in erhoben und brachte seit dem rund 650 Mio. € an Einnahmen ein, die auf die Länder und Regionen verteilt werden. Flandern erhielt seit dem Stichtag 1. April 2016 aus diesem Topf rund 400 Mio. €, die Region Brüssel-Hauptstadt 9 Mio. € und die Wallonie 230 Mio. €.

Damit liegen die Einnahmen aus der LKW-Maut unter den Erwartungen. Alleine das belgische Bundesland Flandern hatte rund 100 Mio. € mehr erwartet, so Viapass, das Unternehmen, dass die Mautgebühren eintreibt.

Der Markt gibt aber laut Viapass mehr her. Wöchentlich steige die Nachfrage nach „On board units“ für die Lastwagen um 2000 Einheiten alleine bei SATELLEC, dem Marktführer für solche Anlagen in Belgien. Andere Unternehmen, wie z.B. Eurotoll, drängen ebenfalls auf den hiesigen Markt.

Inzwischen haben rund 700.000 LKW solche Module an Bord. Die meisten mit solchen „On board Units“ ausgerüsteten Lastwagen - 19 % - kommen aus dem eigenen Land, 15 % sind in Polen zugelassen und 11 % in Deutschland deutsch, so Viapass. Jeden Tag befahren rund 140.000 Lastwagen über 3,5 Tonnen das belgische Straßen- und Autobahnnetz.

Mehr ausländische Lastwagen

46 % der hier zurückgelegten Kilometer werden von belgischen Trucks gefahren, 54 % von LKW aus dem Ausland. Hier liegen die Niederlande, Frankreich und Deutschland vorne, doch auch Lastwagen aus osteuropäischen Ländern, wie Polen, Rumänien und Litauen, sind zahlreich hier unterwegs.

Gründe für die unter den Erwartungen liegenden Einnahmen könnten zum einen die Tatsache sein, dass viele Transportunternehmen auf mehr und kleinere Lastwagen oder auf Lieferwagen zählen und zum anderen die Möglichkeit, dass ausgefuchste Trucker und Unternehmen Schleichwege über Straßen suchen, an denen Viapass keine Erfassungsgeräte betreibt.