Notruf 112 wird durch eine weitere Nummer ergänzt

Die Notrufnummer 112 wird in Belgien durch eine weitere Nummer ergänzt. Unter der Notrufnummer 1722 sollen Anrufe getätigt werden können, in denen Notfälle gemeldet werden, die nicht lebensbedrohlich sind. Damit soll die 112 entlastet werden und damit will vermieden werden, dass diese lebenswichtige Nummer unter Umständen einen Besetztton hören lässt.

Ab Juni soll die 1722 gewählt werden können, wenn Notrufe für nicht lebensbedrohliche Probleme angegeben werden müssen, z.B. bei Unwetterschäden, Überschwemmung oder Wespennestern. Die 112 soll nur noch für medizinische Probleme gewählt werden, bzw. für Kontakte zur Polizei oder zur Feuerwehr bei Brandfällen.

Grund für diese Maßnahme waren unter anderem der Tod eines erkrankten und hilfsbedürftigen Mannes, der die 112 wegen längerem Besetztton nicht erreichen konnte und die zeitweise völlige Überlastung aller Telefonnetze nach den Terroranschlägen vom 22. März 2016.

Dieser Schritt wird allerdings nicht überall begrüßt, denn Fachleute befürchten, dass zwei Nummern im Notfall verwirrend sein können. Eigentlich, so viele Stimmen, sei doch „jeder Notruf ein Notfall“…

Notruf-App

Außerdem wird eine Notfall-App eingerichtet, die Anrufern die Möglichkeit bietett, über ihr Mobiltelefon oder ihr Smartphone den jeweils richtigen Notdienst zu erreichen (Feuerwehr, Polizei oder Notarzt). Die App stellt die Verbindung zum jeweils gesuchten Notrufzentrum her und überträgt gleichzeitig dorthin die Adresse und die Rufnummer des Anrufers.