Verkehr in Limburg: Projekte und Probleme

Die flämische Provinz Limburg war früher eine Bergbauregion, in der die Wirtschaft brummte, doch nach dem Aus für die Zechen musste man sich wiederholt auf wirtschaftliche Probleme einstellen. Zuletzt sorgte die Schließung des Ford-Werks in Genk für einen Rückschlag. Doch für die Liegenschaften dieses Werks (Foto) kündigen sich Investitionen an. Dies wiederum fordert Transportkapazität und Verkehrsströme müssen neu geordnet werden.

Positiv für den Standort des alten Ford-Werks in Genk ist die Tatsache, dass das Werksgelände direkt am Ufer des Albertkanals liegt. Das belgische Bundesland Flandern, die Stadt Genk und Investoren aus der Privatwirtschaft sowie der öffentlichen Hand haben sich im August 2016 auf einen Masterplan für das ehemalige Gelände des Ford-Werks einigen können. Der Plan, der bis zu 2.500 neue Jobs schaffen soll, findet so langsam zu seiner Umsetzung.

Die flämischen Landesbehörden für die Wasserwege, also auch für die Binnenschifffahrt, Vlaamse Waterwegen nv und De Scheepvaart nv, lancierten im Dezember 2016 eine Marktbefragung für die Grundstücke des Ford-Werks, die am Albertkanal (Foto unten) iegen. Daraus entwickelte sich rasch ein Projekt, bei dem das Transport- und Logistikunternehmen H.Essers und der Hafen von Genk für diesen „Zone C“ genannten Bereich ein Projekt entwickelten. Beide wollen von hier aus jährlich bis zu 130.000 Standard-Container pro Jahr mit Binnenschiffen über den Albertkanal befördern lassen. Dieses Projekt soll mittelfristig für bis zu 1.200 neue Jobs sorgen.

Auf politischer Ebene, sowohl bei der flämischen Landesregierung, als auch auf Ebene der Provinz Limburg und der Stadt Genk, wird dieses Projekt begrüßt und dies nicht nur wegen der Schaffung von neuen Arbeitsplätzen, sondern auch in der Frage der Verkehrswege. Schließlich sorgt jeder Container, der per Binnenschiff befördert wird, für einen LKW weniger auf den staugebeutelten Straßen und Autobahnen in Flandern (und in Limburg). Nach Meldungen des Regionalsenders TV Limburg und des VRT-Radiosenders Radio 2 Limburg müssen aber zuerst die dort befindlichen Fabrikgebäude von Ford abgerissen werden.

(Lesen Sie bitte unter dem Foto weiter)

Straßen verstopft? Die Gleise ebenfalls!

In dieser Woche hat die belgische Bahngesellschaft NMBS/SNCB ihren Verkehrsplan für die flämische Provinz Limburg vorgestellt. Doch in diesem Plan sieht es für die Provinz nicht gut aus, meldete auch die Regionalzeitung Het Belang Van Limburg dazu. Mehr Reisezüge einzusetzen, sei kaum noch möglich, denn die großen Bahnachsen, die durch Limburg führen, seien vom enormen Aufkommen im Bereich des Güterverkehrs (sprich die zahlreichen Güterzüge zwischen dem Antwerpener Hafen und Deutschland) ausgelastet und kleinere Verbindungen seien lediglich eingleisig oder/und nicht elektrifiziert.

Technisch sei es demnach unmöglich, zwei zusätzliche Pendlerzüge zu den Stoßzeiten zwischen Antwerpen und Hasselt einzusetzen und von weiteren stündlichen Direktverbindungen zwischen den beiden Provinzhauptstädten sei ganz zu schweigen, so Vertreter der NMBS/SNCB bei der Vorstellung der Pläne für den Zeitraum 2017-2020. Vorläufig weise man auf die Möglichkeit hin, über Löwen in Flämisch-Brabant zu fahren, um schneller nach Antwerpen zu kommen.

Diese Feststellung ist ein Wink mit dem Zaunpfahl der Bahn in Richtung belgische Bundes- und flämische Landesregierung. Zum einen braucht man Geld zum Investieren, doch der Bund sparte zuletzt auch bei der Bahn. Und zum anderen ist dies ein weiterer Apell, endlich den sogenannten „Eisernen Rhein“ zu reaktivieren, die historische Bahnverbindung zwischen dem Antwerpener Hafen und dem Ruhrgebiet.

Wiederstand

Doch diese Alternative für die durch Limburg führende und überlastete „Montzen-Route“ stößt politisch, überregional und grenzüberschreitend auf Probleme: Weder die Wallonie, noch die Niederlande (ein Stück dieser Strecke führt durch Niederländisch-Limburg), noch Bürgerinitiativen in Deutschland wollen dies zulassen. Das belgische Bundesland Flandern und das deutsche Bundesland Nordrhein-Westfahlen hingegen fordern hier schon lange Bewegung….