Kasernen des Zivilschutzes werden geschlossen

Belgiens Innenminister Jan Jambon (N-VA) kündigte in dieser Woche an, bis 2019 vier der insgesamt sechs Kasernen des Zivilschutzes zu schließen. Diese Maßnahme gehört zu einer Umfassenden Reform der belgischen Not- und Hilfsdienste, die den Zivilschutzmit einschließt. Zu Einsparungen in der Finanzierung oder Entlassungen von Teilen des Personals soll es nicht kommen.

Ab 2019 bleiben nur noch die Zivilschutz-Kasernen von Crisnée bei Lüttich und van Brasschaat bei Antwerpen in Betrieb. Die Standorte Ghlin (Hennegau), Libramont (Prov. Luxemburg), Jabbeke (Westflandern) und Liedekerke (Flämisch-Brabant) werden nach dem Willen der belgischen Bundesregierung geschlossen.

Die Mitarbeiter des Zivilschutzes, vergleichbar mit dem THW in Deutschland, sollen sich in Zukunft nur noch auf besondere Aufgaben konzentrieren, z.B. bei Chemieunfällen, bei Deichbrüchen und Überschwemmungen oder bei nuklearen Zwischenfällen. Strittig ist die Tatsache, dass ausgerechnet der Standort Brasschaat nicht zu den zu schließenden Standorten gehört. Ausgerechnet dort ist Außenminister Jambon zu Hause und er ist dort titelführender Bürgermeister.

Dies, so der flämische Nationaldemokrat, sei aber nicht der Auslöser für die eine entsprechenden Beschlüsse gewesen. Vielmehr sei die Entscheidung für oder gegen den einen oder den anderen Standort nach eingehender Analyse der jeweiligen Vor- und Nachteile erfolgt. Brasschaat ist nicht weit von Antwerpen und dem dortigen Hafen mit seinen Seveso-Fabriken entfernt und so liegt es nahe, das gerade hier eine Zivilschutz-Kaserne in der Nähe ist.

Heftige Kritik

Nach den Reformplänen der belgischen Regierung zu den Not- und Rettungsdiensten rückt der Zivilschutz in die zweite Reihe. Wichtigster Ansprechpartner im Katastrophenfall soll eindeutig die Feuerwehr über die Rufnummer 112 sein.

Kritiker dieser Maßnahmen, das sind in erster Linie die Bürgermeister der Städte und Gemeinden sowie die Gewerkschaften, machen sich allerdings jetzt Sorgen um die Schlagkraft des Zivilschutzes. Nur zwei Kasernen würden nicht ausreichen, um im ganzen Land sicherheitstechnisch schnell und umfassend aktiv zu sein.

Die langen Anfahrtswege aus Richtung Crisnée und Brasschaat könnten dazu führen, dass der Zivilschutz mit seiner Erfahrung und seinen technischen Mitteln im Katastrophenfall nicht schnell genug vor Ort sein könne. Die Schließung von Zivilschutzkasernen sei schlicht und einfach ein Anschlag auf die Sicherheit war dazu sogar zu hören.