Belgiens Feuerwehren schlagen Alarm

Die Feuerwehren in Belgien, allen voran die freiwilligen Feuerwehren, fordern mehr Geld, andernfalls „gerät die Sicherheit der Bürger in Gefahr“. Damit reagieren die Wehren auf die Reform der Notdienste, die die Bundesregierung auf den Weg gebracht hat. Vor allem die Finanzierung der Feuerwehren bereit den Betroffenen große Sorgen.

„Wir rücken immer öfter mit vier Mann aus, wo wir früher mit sechs Mann ausrücken konnten“, so Geert Ollevier von der Vereinigung der Flämischen Feuerwehr-Freiwilligen gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion. „Verschiedene Posten sind heute völlig ungeeignet, weil zu wenig Personal da ist und Wachdienste in den Kasernen werden abgebaut, weil man die Leute von zuhause aus aufruft. Das ist nicht nur ein Problem für die Sicherheit der Feuerwehrleute selbst, sondern auch für die Bevölkerung“, so Ollevier weiter.

Bei der Finanzierung der Notdienste laufe derzeit vieles falsch, so der Feuerwehrmann. Bei den Kostenaufstellungen von Seiten der Städte und Gemeinden bezüglich der Reform der Notdienste seien bei einigen Zonen falsche Zahlen aufgetaucht. Durch eine Anpassung der Statuten der Besatzungen von Krankenwagen hätten sich die allgemeinen Kosten erhöht. Und ein weiteres Problem sei die Tatsache, dass Personal versetzt worden sei, um Personalmangel andernorts zu beseitigen. Dies habe zu Problemen dort geführt, wo Mitarbeiter und Ehrenamtliche versetzt worden seien.

Aus diesem Grunde begrüßt die Vereinigung der Flämischen Feuerwehr-Freiwilligen das Vorhaben von Belgiens Innenminister Jan Jambon (N-VA), der im Zuge der Verkleinerung des Zivilschutzes Mitarbeiter von dort aus an die Feuerwehren abgeben will. Doch dies werde nicht reichen und an der finanziellen Situation werde dies auch nichts ändern, so Ollevier. Nicht nur die Feuerwehr, sondern die Notdienste im allgemeinen haben langsam die Nase voll davon, dass sich in dieser Frage die Kommunen und die Bundesregierung in Belgien den „Schwarzen Peter“ stets gegenseitig hin- und herschieben. Eine seriöse Lösung müsse her.

"Kompliziertes Puzzle"

Aus dem Kabinett von Innenminister Jambon verlautete dazu, dass die Feuerwehr- und Notdienstzonen im Land „100 % von dem erhalten, was ihnen zusteht“. Die Reform der Feuerwehren sei noch nicht abgeschlossen und Ziel sei, diese effizienter arbeiten zu lassen.

Doch die Kosten für dieses Vorhaben einschätzen zu können, sei eine „komplizierte Puzzlearbeit“ zwischen Behörden und Kommunen, um die Finanzierung in Zukunft gerecht im Verhältnis 50 zu 50 zwischen Staat und Städten und Gemeinden aufteilen zu können. Derzeit liegt das Verhältnis offenbar bei 30 % für den belgischen Staat und 70 % bei den Kommunen.