Französischsprachiger darf nicht in flämischen Knast

Ein französischsprachiger Häftling darf seine Strafe nicht länger in der Vollzugsanstalt von Brügge verbüßen, weil sein Aufenthalt gegen die belgische Sprachengesetzgebung verstößt. Ein Brüsseler Richter hat im Eilverfahren beschlossen, dass der Häftling unverzüglich aus seiner Einzelhaft im Gefängnis von Brügge zu entlassen sei.

Der belgische Staat muss für jeden weiteren Tag, den der französischsprachige Häftling in einem flämischen Gefängnis verbringt, 300 Euro bezahlen. Der Richter urteilte, dass der Häftling Anrecht auf die Unterbringung in einer Haftanstalt habe, in der seine Muttersprache gesprochen wird.

Brügge ist aber die einzige Vollzugsanstalt mit einem angemessenen Hochsicherheitstrakt, nachdem es dem Häftling gelungen war, aus der Vollzugsanstalt Lantin im französischen Landesteil auszubrechen. Er war daraufhin nach Brügge in Einzelhaft verlegt worden. Der Häftling klagte gegen seine Unterbringung und bekam jetzt Recht von einem Richter.

Bei diesem Urteil, das mit der Sprachengesetzgebung begründet wurde, handelt es sich um eine Premiere. Die Strafvollzugsbehörde will das Urteil zuerst prüfen und ggf. reagieren.