Demir nennt CD&V Moslempartei, Beke fordert Entschuldigung

Nachdem Staatssekretärin Zuhal Demir (N-VA) die flämischen Christdemokraten in der Presse als Moslempartei und ihre potenziellen Wähler als "Stimmvieh" bezeichnet hatte, war die türkisch-kurdisch-stämmige Parlamentarierin bereits von Premierministerin Charles Michel (MR) gerügt worden. Auch der CD&V-Vorsitzende Wouter Beke ließ die Anschuldigungen nicht auf sich beruhen.

Beke sagte, dass Demirs Aussagen unanständig und respektlos seien und nur den Zweck hätten, zu polarisieren. Er forderte die frisch gebackene Staatssekretärin auf, sich zu entschuldigen.

Zuhal Demir, die aus einer türkisch-kurdischen Familie aus der ehemaligen Steinkohleregion Limburg und eine Blitzkarriere bei den flämischen Nationalisten macht, hatte dem christdemokratischen Koalitionspartner unverhohlen Erdogan-Sympathien vorgeworfen. Beke habe es versäumt, gewisse Parteimitglieder zurechtzuweisen. Als Beispiel nannte Demir u. a. den Genter Schöffen Veli Yüksel und seine Weigerung, des armenischen Völkermords zu gedenken, und warnte die Flamen vor der CD&V als die neue Moslempartei.

Per Telefon: Zurechtweisung vom Premier

Premierminister Charles Michel hat Demir eine Standpauke gehalten, so der Regierungssprecher gegenüber der Presseagentur Belga: "Ihre Wortwahl innerhalb der Koalition sei unangemessen und unakzeptabel. Der Premier könne diese Reaktion unter keinen Umständen tolerieren."