Belgiens Außenminister sorgt sich um Homosexuelle in Tschetschenien

Belgiens Außenminister Didier Reynders reagierte in einem Pressebericht mit Besorgtheit auf Berichte nationaler und internationaler Einrichtungen über Gewalt gegen homosexuelle Männer in der russischen Teilrepublik Tschetschenien. Er unterstrich noch einmal die schon kürzlich von der Europäischen Union ausgesprochene Forderung an Russland zur Aufklärung der Berichte. (Archivfoto)

Reynders unterstrich das Prinzip der universellen Gültigkeit und Unteilbarkeit der Menschenrechte.

Sollten sich die Berichte bewahrheiten, müsse eine Untersuchung folgen, die Täter verfolgt werden und müssten die Opfer entsprechend entschädigt werden, heißt es in einem Pressebericht des Vizepremiers und Außenministers. 

Belgien setzt sich besonders für den Kampf gegen Diskriminierung und den Respekt der Menschenrechte von LGBTI (Homosexuelle, Lesben, Bisexuelle und Transgender) ein. So zeige die Ausrichtung der Veranstaltung des 5. IDAHO-Forums (vor dem Hintergrund des Internationalen Tages gegen Homophobie, Transphobie und Biphobie) am 19. Mai in Brüssel Belgiens Engagement auf allen politischen Ebenen.

Zuvor hatten bereits die flämischen Parlamentarier Piet De Bruyn und An Capoen im Namen der flämischen Regionalisten N-VA ihre Bestürztheit über die Existenz "möglicher Konzentrationslager" für homosexuelle Männer in Tschetschenien ausgedrückt. Den Europaparlamentarier Marc Tarabella (sozialistische PS) erinnern die Berichte an die "dunkelsten Zeiten" unserer Geschichte.

Laut internationalen Berichten soll in den vergangenen Wochen in Tschetschenien eine Hetze gegen homosexuelle Männer eingesetzt haben und sollen dort gezielt Homosexuelle verfolgt worden sein. Es wird von Verschleppung und Misshandlung homosexueller Männer berichtet. Von offizieller, tschetschenischer Seite werden diese schwerwiegenden Menschenrechtsverletzungen jedoch bestritten.

Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini hat bereits vor einigen Tagen Aufklärung von Russland gefordert.