Kongo ärgert sich über Belgien und stoppt militärische Zusammenarbeit

Die Demokratische Republik Kongo hat die militärische Zusammenarbeit mit Belgien vorläufig aufgekündigt. Die vorübergehende Einstellung der Zusammenarbeit ist eine Reaktion auf die Kritik des belgischen Außenministers Didier Reynders an einer Entscheidung des kongolesischen Präsidenten Joseph Kabila.

"Die Demokratische Republik Kongo hat entschieden, die militärische Kooperation mit Belgien zu suspendieren", berichtet die Wochenzeitung " Jeune Afrique" an diesem Freitag auf ihrer Internetseite.

Diese Entscheidung erfolgt im Zuge der Spannungen zwischen Brüssel und Kinshasa. Der belgische Außenminister, Didier Reynders, hatte letzte Woche die Ernennung von Bruno Tshibala zum Premierminister kritisiert. Die Ernennung ist umstritten.

Kabila hatte eigenmächtig Bruno Tshibala, einen Überläufer der Opposition, ins Amt des Premierministers gehoben. Normalerweise ist die Ernennung Aufgabe des Parlaments.

"Unser Verteidigungsattaché in Kinshasa hat einen Brief erhalten, in dem wir über die Aussetzung unserer militärischen Kooperation in Kenntnis gesetzt werden", wird Laurence Mortier, die Sprecherin des belgischen Verteidigungsministeriums in der Wochenzeitung zitiert.

"Wir prüfen derzeit, was die Kooperation alles beinhaltete", fügte sie hinzu, wollte sich jedoch nicht weiter zu den Beweggründen dieser Entscheidung äußern.

Auch das Kabinett des belgischen Verteidigungsministers Steven Vandeput bestätigt, dass man jetzt einen Brief erhalten habe, in dem die Zusammenarbeit einseitig ausgesetzt würde.

Die belgische und kongolesische Armee arbeiten vor allem im Bereich der Ausbildung zusammen. So haben die belgischen Soldaten zwei schnelle kongolesische Eingreiftruppen ausgebildet.

Es ist das erste Mal seit über einem Jahrzehnt, dass die militärische Kooperation ausgesetzt wird. Nachdem die militärische Kooperation zwischen der Demokratischen Republik Kongo und Belgiens 1997 in Folge des Machtantritts des Rebellionsführers Laurent-Désiré Kabila unterbrochen war, wurde sie kurz nach dem Amtsantritt des aktuellen Präsidenten Joseph Kabila wieder hergestellt. Bis heute war diese Kooperation ununterbrochen.